„Die Beschäftigung in Deutschland hat Rekordniveau erreicht, und dank hoher Tarifabschlüsse, niedriger Inflation und gesunkener Energiekosten haben die Deutschen mehr Geld im Portemonnaie. In Zeiten extrem niedriger Zinsen lohnt sich zudem das Sparen nicht – entsprechend hoch ist die Konsumbereitschaft der Verbraucher. Den Handel freut’s: Er kann sich auf ein Rekord-Weihnachtsgeschäft einstellen“, fasst Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products bei EY, die Umfrageergebnisse zusammen.
Geschenke werden am liebsten im Fachhandel gekauft
Harms zufolge wollen die Deutschen ihre Geschenkeinkäufe vor allem in Fachgeschäften bzw. Fachmärkten tätigen. Im Durchschnitt planen die Verbraucher 39% ihres Budgets (das entspricht 104 Euro) im Fachgeschäft auszugeben, 21% (=56 Euro) sollen auf Online-Händler entfallen. Während das Budget für Fachgeschäfte gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent steigt, kann der Online-Vertriebsweg gerade einmal um zwei Prozent zulegen.
Für den stationären Einzelhandel biete das Weihnachtsgeschäft die große Chance, im Wettbewerb mit Onlineanbietern zu punkten, betont Harms: „Beim Geschenkekauf legen viele Konsumenten ihre Schnäppchenmentalität ab; sie sind eher als sonst bereit, sich auf das Einkaufserlebnis einzulassen, und sie sind empfänglicher für Atmosphäre und Ambiente.“
Stationärer Handel kann zu Weihnachten mit festlicher Stimmung punkten
Unterm Strich spricht aus Sicht der Konsumenten zumindest zu Weihnachten vieles für den Einkauf beim stationären Handel: 71% der Bundesbürger bevorzugen den weihnachtlichen Einkaufsbummel in der Innenstadt – gerade einmal neun Prozent kaufen Weihnachtsgeschenke lieber bei Onlinehändlern. Die übrigen Befragten äußern keine Präferenz für einen der beiden Kanäle. Selbst bei jüngeren Verbrauchern in der Altersgruppe bis 35 Jahre hat der stationäre Einzelhandel mit 42% die Nase gegenüber dem Onlinehandel (28%) vorn.
So schätzen es 81% der Befragten, sich beim Einkaufsbummel Inspirationen für Geschenkideen zu holen, und 80% mögen die weihnachtliche Atmosphäre in den Innenstädten. Die Argumente für den Geschenkekauf übers Internet überzeugen hingegen deutlich weniger Konsumenten: Nur jeder zweite sieht niedrigere Preise bei Onlinehändlern als Argument, um dort Geschenke zu kaufen, 55% finden Gefallen an der größeren Auswahl im Internet und ebenfalls 55% mögen es, dass sie beim Onlineshopping nicht an Öffnungszeiten gebunden sind.