Für die Elzacher Händlerin ist Reutlingen, geographisch betrachtet, eine Satellitenfiliale. „Wir sind bislang in der Umgebung von Freiburg aktiv und die größte Entfernung zwischen den Standorten liegt bei 100 bis 120 km. Reutlingen ist ein bisschen weiter weg und wir haben durchaus überlegt, wie wir die Integration bewerkstelligen können – vor allem, was die Betreuung vor Ort angeht.“ Aber in der Corona-Pandemie habe man nicht nur viele administrative Bereiche digitalisiert, sondern auch regelmäßige Teamsund Video-Calls auch mit den Filialleitungen der einzelnen Standorte eingeführt. „Das ersetzt zwar keine Vor-Ort-Termine, ist aber ein guter Weg, um schnell Entscheidungen treffen zu können“, berichtet Volk-Winterer. Und nachdem einmal klar war, dass Hans-Georg Nestel dem Unternehmen vorerst erhalten bleiben würde, habe sie ohnehin keinerlei Bauchschmerzen mehr gehabt. Auch der 63-Jährige freut sich über die gefundene Lösung. „Der Ausstieg meiner Schwester war schon früher geplant. Aber dann kam Corona und wir haben erstmal alle zusammen weiter gemacht.“ Schließlich aber habe Dagmar Krause gemeinsam mit ihrem Mann entschieden, den Ruhestand anzutreten. Das Unternehmen allein weiterzuführen wäre für ihn nicht möglich gewesen. Daher habe man Kontakt zum Schuhhaus Volk aufgenommen. Er selbst plane nun gemeinsam mit seiner Frau noch etwa drei Jahre Berufstätigkeit, sagt Nestel und betont, dass er sich auf die Zukunft mit Schuh Volk freut: „Beide Unternehmen haben die gleiche DNA. Es ist eine super Lösung für uns alle.“
„Ich gebe mein Bestes, um in die sehr großen Fußstapfen zu treten“, sagt Lisa Volk-Winterer. „Sicher wird nicht alles gleich sein und das eine oder andere wird auch schief gehen. Aber wir haben viel gewonnen, wenn wir die Dinge, in denen die Nestels gut sind, mit denen, in denen die Volks gut sind, kombinieren. Davon können auch unsere weiteren Filialen profitieren und wir haben einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht.“ Sicher, es seien nicht die besten Zeiten. „Die zurückliegenden drei Jahre waren so turbulent und so schwierig, wir hatten so viele schlaflose Nächte. Aber wenn das nicht so gewesen wäre, dann wären wir heute nicht da, wo wir sind. Wir waren gezwungen, noch stärker an uns zu arbeiten. Und daraus entstehen auch Chancen.“