Wir werden sicher niemals der Größte in der Branche werden. Aber wir werden immer versuchen, das beste Einkaufserlebnis zu bieten, sagte Friedrich Werdich im Jahr 2013. Dieses Rezept geht auf.
13.04.2016
Petra Salewski
2 Minuten
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Die Nachrichten der zurückliegenden Monate waren an Brisanz kaum zu überbieten. Gleich mehrere große, renommierte Unternehmen gerieten in Schieflage. In ganz unterschiedlichen Regionen beheimatet und mit sehr verschiedenen strategischen Ansätzen im Markt, sorgten die Insolvenzen für viel Unruhe in der Branche. Und für reichlich Gesprächsstoff. Da wurde schnell auch spekuliert, ob es das wohl schon gewesen sei für dieses Jahr – oder wer ’der nächste‘ sein könnte. Und so wie 2016 bislang gelaufen ist, darf man wohl annehmen, dass mancher im Handel derzeit eher beklommen auf seine Zahlen schaut. Bei den Unternehmen der Schuhindustrie dürfte ebenfalls nicht überall eitel Sonnenschein angesagt sein. Wie auch.
Gleichwohl wäre es zu kurz gesprungen und regelrecht fahrlässig, würde man die Schuhbranche jetzt in die Versenkung diskutieren, gar abschreiben. Denn neben den zugegeben schlechten Nachrichten gibt es auch gute. Neben zweifellos schwächelnden Unternehmen entwickeln sich andere zufriedenstellend, manche gar erfreulich. Kleine Leuchttürme überzeugen an ihren Standorten mit individuellen Sortimenten und einer hochemotionalen Kundenansprache. Und es gibt auch große Filialisten, die genau dasselbe tun: ihre Kunden mit viel Engagement und Einsatz bedienen. Und zwar erfolgreich.
Das beste Einkaufserlebnis
Als das Schuhhaus Werdich im Jahr 2013 den schuhkurier AWARD für den besten Schuhhändler entgegennahm, fasste Geschäftsführer Friedrich Werdich die Philosophie des Unternehmens so zusammen: „Wir werden sicher niemals der Größte der Branche werden. Aber wir werden immer versuchen, das beste Einkaufserlebnis zu bieten.“ Und diese Ansage war keineswegs nur auf den stationären Auftritt beschränkt. Schon 2010 war der Dornstädter Filialist mit einem eigenen Onlineshop am Start. Zunächst vor allem zum Zwecke der Kommunikation mit dem Kunden. Heute aber freut man sich, wie die Geschäftsführer im schuhkurier- Interview unterstreichen, über operativ schwarze Zahlen im Netz. Dieser Tage geht eine optimierte und modernisierte Version des Onlineshops ans Netz. Längst beschäftigt man sich bei Werdich mit Multichannel-Strategien. Erste Ansätze der Regalverlängerung werden getestet, indem die Sortimente der Filialen sichtbar gemacht werden. Click & Collect soll folgen. Intensiv werden die Verkäuferinnen und Verkäufer geschult, um den sich verändernden Kundenansprüchen Rechnung zu tragen. Kraftvoll investiert das schwäbische Unternehmen in die Zukunft. Und die familiären Strukturen geben dem Werdich-Motor zusätzlich enormen Schub. Weil nur die Besten im Markt bestehen können, habe man sich schlichtweg entschieden, zu den Besten zu gehören, sagte Geschäftsführer Emil Freund 2013. Wie es aussieht, ist dieses Rezept ein Erfolgsrezept.