Auf den Händler, der ausgefallene, aber gefragte Konzepte ausprobiert und die Schaufenster entsprechend gestaltet. Auf die Immobilienbesitzer, die eben jene Konzepte ermöglichen und sich aktiv für eine interessantere Stadtplanung einsetzen. Aber auch auf die Kommunen, die meist die entscheidenden Weichen für eine starke Besucherfrequenz stellen können, seien es die strategisch platzierten Grünflächen, die reibungslosen Mobilitätsanbindungen oder auch regelmäßige Feiern und Events. Erst wenn sich jeder an diesem Gesamtkunstwerk beteiligt, profitiert auch wirklich jeder davon.
Investition und Profit gehen dabei – wie so häufig bei ausgeklügelten Geschäftskonzepten – Hand in Hand. Falsch wäre es deshalb jedoch, anzunehmen, dass es mit einer neu ausgerichteten Innenstadt getan sei. Eine schöne Innenstadt garantiert keine steigenden Umsätze, vor allem, wenn das Geschäft selbst keinen entsprechenden Beitrag geleistet hat.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Gerade neue Konzepte, frische Ideen und das Ausprobieren ohne Angst vor dem Scheitern; das alles bringt frischen Wind in die Einkaufspassagen und weckt dadurch die Neugier der Passanten. Vor autofreien Straßen muss man sich dabei ebenso wenig fürchten wie vor Mixed Use-Konzepten und Pop-Up-Stores. Viele Innenstädte sind in der Form, in der man sie heutzutage auffindet, nicht mehr zukunftsfähig. Auch wenn die Passantenfrequenzen noch stimmen mögen, spiegelt sich dieser Zustand meist nicht im alteingesessenen Handel wider. Der Grund dafür ist meist nicht weniger überraschend, als man erwarten würde: Die Menschen gehen nach wie vor gerne in die Städte, aber immer seltener, um nur zu Konsumieren. Soll heißen: Die Innenstadt ist ein Treffpunkt, ein Ort für sozialen Austausch und kulturelle Erfahrungen. Alle Akteure sollten sich deshalb eher als Teil der Erlebnisindustrie betrachten, heißt es beispielsweise von den Leerstandslotsen. Was das für den Handel bedeuten kann, welche Möglichkeiten sich ihm dadurch bieten und welche Konzepte zur Innenstadtrettung und Leerstandsbekämpfung es gibt, lesen Sie in dieser Ausgabe.