Friedrich Werdich (Werdich) freut sich über die nun klaren Verhältnisse und formuliert Erwartungen an die Ausrichtung der Marke im Sinne des Fachhandels: „Wir sind froh, dass jetzt Klarheit herrscht und die personelle Kontinuität sichergestellt ist. Wichtig ist uns, dass Gabor weiterhin so positioniert bleibt, wie sie jetzt erfolgreich sind: mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und verlässlicher Qualität. Die Preislagen zu erhöhen, kann sinnvoll sein, aber nur unter der Voraussetzung, dass dann auch Mehrwerte und Qualität stimmen. Gabor ist logistisch sehr gut aufgestellt. Wir erhoffen uns, dass die Logistik in Zukunft auch Lloyd umfasst, es mehr Synergieeffekte gibt und die Artikel schneller gedreht werden können. Davon könnte der Handel am meisten profitieren.“
Skeptischer sieht Marko Höhne (Schuhhaus Max Hittcher) die Lage: „Ich sehe es kritisch, wenn eine bodenständige und wichtige Marke wie Gabor mit dem Ziel übernommen wird, aus ihr eine Premium- und Lifestyle-Marke zu machen. So etwas muss auch passen. Es war zuletzt etwas viel Veränderung auf einmal mit vielen Personalwechseln und Umstrukturierungen – und das in unsicheren Zeiten. Aber natürlich hat der neue Inhaber eine faire Chance verdient und der Relaunch vor einigen Monaten ging mit dem One-Gabor-Konzept in eine gute Richtung.“
Der Abschluss der Übernahme stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigungen und weiterer üblicher Closing-Bedingungen, erklärt Gabor. Nach Vollzug der Transaktion werde Gabor weiterhin unter seiner bestehenden Marke und Managementstruktur operieren, um die Kontinuität des operativen Geschäfts zu gewährleisten und die starke Markenidentität zu bewahren. Die Parteien haben vereinbart, die finanziellen Details der Transaktion nicht offenzulegen.
Gabor kündigte bereits im April 2024 an, auf der Suche nach einem strategischen Investor zu sein. Damals gab Gabor als Ziel an, die bereits eingeleitete Wachstumsstrategie zu beschleunigen. Kernelemente sollten die Internationalisierung vor allem in Wachstumsregionen außerhalb Europas sowie der Ausbau des Online-Geschäfts sein. Auch das Consumer-Business sollte ausgebaut werden.
Im Mai 2024 übernahm die Arklyz AG (u. a. Asphaltgold) Lloyd: Die Marke soll nun globaler aufgestellt werden und von der Reichweite von Arklyz profitieren. Das Geschäftsmodell von Arklyz basiert laut eigenen Angaben auf der vertikalen Vernetzung der Wertschöpfungskette mit Fokus auf die Bereiche Brand Management, Vertrieb, Retail, E-Commerce und Produktion.