In Hessen haben Vertreter der Gewerkschaft Verdi und des Handelsverbands Hessen die Tarifverhandlungen abgebrochen. Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen als „völlig überzogen“ zurück. Nach deren Auffassung gefährde die Anhebung der Ausbildungsvergütung die Ausbildungsplätze insgesamt. Die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge sehe man nicht als einen geeigneten Schritt an, den Verdrängungswettbewerb einzudämmen. Von einer festen und gleichen Lohnanhöhung für alle – 1 Euro mehr in der Stunde – wollte man laut Verdi ”überhaupt nichts wissen“.
Auch in Bayern ist die erste Tarifverhandlung für die 355.000 Beschäftigten im Einzelhandel ergebnislos zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber haben die Forderungen von Verdi zurückgewiesen und selbst ein konkretes Angebot für mehr Lohn und Gehalt gemacht. So sieht das Arbeitgeberangebot eine Laufzeit von 24 Monaten vor. In den ersten zwölf Monaten soll es nach zwei Nullmonaten eine Erhöhung um 1,5% geben. Darüber hinaus wurde in den zweiten zwölf Monaten ein Zuwachs von 1,0% angeboten.
Die Forderungen seitens Verdi nach einer 6-prozentigen Tariferhöhung, 100 Euro mehr für die Auszubildenden, eintarifliches Mindesteinkommen in Höhe von 1.900 Euro sowie die Unterstützung für eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen für den Einzel- und Versandhandel in Baden-Württemberg lehnten die Arbeitgeber ab. Stattdessen haben sie ein eigenes Angebot auf den Tisch gelegt. Dieses sieht vor, dass über eine Laufzeit von 24 Monaten die Löhne und Gehälter ab dem 1. Juni 2017 um 1,5% (nach zwei Nullmonaten) und ab dem 1. April 2018 um weitere 1,0% angehoben werden sollen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht darin kein Angebot und fordert stattdessen ein verhandlungsfähiges, zielführendes Angebot.