Schon lange ist der Sicherheitsschuh nicht mehr nur Mittel zum Zweck. Zertifikate erfüllen reicht allein nicht, stellt unter anderem Atlas-Marketingmanager Maximilian Finke fest: „Den klobigen schwarzen Sicherheitsschuh gibt es in der Form nicht mehr.“ Er wird zum Gesundheits-, Komfort- und zunehmend auch zum Lifestyle-Produkt. Die Hersteller erkennen das und sprechen die Trägerinnen und Träger mit Werbung in Sportarenen und im Fernsehen immer häufiger direkt und emotional an. Mit Erfolg: Schließlich entwickelt sich das Sicherheitsschuhsegment positiv.
Damit steigen auch die Erwartungen an Passform und Komfort. Atlas reagiert darauf mit 3D-Fußvermessungen im Betrieb und dem Angebot zertifizierter Einlagen bis hin zu maßangepassten Lösungen in Kooperation mit Orthopädieschuhmachern. Der Uedemer Sicherheitsschuhhersteller Elten lässt sich von den Entwicklungen im Laufschuh-Segment inspirieren und setzt neben 3D-Scans auf Materialien wie das dämpfende Super Critical Foam oder die TPU-Entwicklung Infinergy von BASF.
Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei Berufsschuhen, die in Bereichen wie Medizin und Pflege getragen werden. Pfleger und Ärztinnen tragen diese Schuhe tagtäglich und legen zwischen Patientenzimmern und Medikamentenlagern viele Kilometer zurück. Eine große Belastung für die Füße. Und auch für die Schuhe, die gleichzeitig luftig und modisch sein sollen. Wie wichtig das dem Personal ist, zeigt sich schon daran, wie oft im Krankenhaus Schuhe ohne Zertifizierung getragen werden. Das spanische Start-Up Nibo versucht sich daran, die Vorzüge von Barfußschuhen, Clogs und Sneakern zu verbinden. Nach einem erfolgreichen Crowdfunding-Launch zeigen sich die Gründerinnen selbstbewusst, genau das richtige Produkt für diese Zielgruppe entworfen zu haben.
Komfort und Optik werden immer wichtiger. Wer das erfüllt, dessen Schuhe werden oft auch außerhalb der Arbeitszeiten getragen und geschätzt. Nicht umsonst haben einige Workwear-Marken mittlerweile „Fanartikel“ im Sortiment. Es lohnt sich also, in diese Felder zu investieren. Der Leitgedanke: Ein Schuh, der perfekt passt und gut aussieht, wird getragen – und nur dann erfüllt PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ihren Zweck.