Was war eigentlich seine erste Kompensationsmaßnahme, als der Birkenstock-Exit feststand? „Wir haben uns sofort mit Rexor beraten, wo man uns Rohde empfahl“, sagt Bahner. Offenbar ein guter Rat, denn „Rohde macht eine ordentliche Paarzahl, wir führen mittlerweile 40 Modelle und haben Spaß daran.“ Schon in der Übergangszeit habe sich gezeigt, dass man mit Rohde auf dem richtigen Weg ist. Ursprüngliche Birkenstock-Kunden, die in Rohde geschlüpft sind, weil ihre Größe bei den Birkenstock-Restanten bereits ausverkauft war, „haben festgestellt, dass Rohde bequemer ist“, sagt Maximilian Bahner. Auch für den guten Service der Hausschuhmarke hat er nur Lob. Rohde hat also „von Anfang an funktioniert, egal welches Modell, ob mit zwei oder drei Riemchen“, freut sich Bahner. „Wir sind mit Rohde jetzt im zweiten Jahr und verkaufen eine deutlich vierstellige Paarzahl.“ Hinzu hat er inzwischen noch diverse Schläppchen von Scholl addiert. Dennoch bleibt in Summe ein Minus zu dem Birkenstock-Umsatz, denn „Rohde liegt preislich 30 Prozent unter Birkenstock, und wir verkaufen immer noch nur die halbe Paarzahl“.
Für die Mehrheit der Birkenstock-„Alumni“ ist Rohde der Substitut Nr. 1. Auch bei Schlobohm wird „zuallerst Rohde angeboten“, so Reiner Schlobohm, darüber hinaus aber auch „ANWR Eigenmarken, Tamaris oder Apple of Eden“. Im Schuhhaus Bröcker sind Rohde und Seibel die wichtigsten Nachfolger, außerdem Longo und Fjørt. „Damit haben wir ein Preisspektrum von 39/49 Euro bis 79/89 Euro“, sagt Eva Schulte. Dennoch stellen viele Händler fest: Eins zu eins ersetzen kann Rohde Birkenstock bisher nicht. Das beobachtet auch Marc Majowski, Majo Schuhe mit elf Filialen im Rhein-Main-Gebiet, der die Birkenstock-Lücke außerdem mit Tamaris und hochwertigen Eigenmarken schließt. Zwar komme Rohde gut an, und „Birkenstock ist manchen Leuten inzwischen auch zu teuer geworden“, so Majowski. Aber: Es ist nun mal so, dass „die jungen Leute auf den Namen Birkenstock fixiert sind“, sagt Barbara Metzner. Die Älteren hingegen lassen sich auch für Alternativen begeistern. Schließlich „gibt es so gute Ersatzprodukte aus deutscher Fertigung, in butterweichem Leder und mit dem gleichen Fußbett“. Bei Wittmann sind das vor allem Seibel, Fioretto oder Haflinger. Auch Hermann Niermann beobachtet, dass es „nicht das Produkt Birkenstock ist, das fehlt“, dafür gebe es genügend gute Alternativen. „Was fehlt, ist der Name, denn der hat nun mal einen riesigen Bekanntheitsgrad, insbesondere als Trendmarke für junge Leute.“ Da Niermann ohnehin eine andere Klientel bedient, ist man in Telgte mit Rohde und Haflinger glücklich.
Bei Kuhlmann funktionieren neben Tron insbesondere die Finn Comfort-Modelle Cayman-S und Korfu hervorragend. Die seien nicht nur „qualitativ deutlich besser als Birkenstock, sondern haben auch ein sehr gutes Fußbett“, so Beatrice Kuhlmann, außerdem könne man individuelle Einlagen einarbeiten und auch erneuern. Zudem schätzt sie die vielfältigen Design-Optionen in der Vororder: „In jeder Saison gibt es schöne neue Farben und Muster, beispielsweise hübsche Blümchenmuster“. Axel Lambertz ersetzt Birkenstock durch Seibel, Tron und Finn Comfort, die „qualitativ eher besser sind“. Darüber hinaus gebe es zwar „noch viele andere, die als Alternative infrage kämen, aber die meisten sind zu schmal“, so Lambertz.