Und was suchen die Kunden in solchen Zeiten? Sie machen keine Experimente, greifen zum bewährten Produkt, zum praktischen und vielseitig kombinierbaren Schuh, zu Nutzen und Funktion. Daher ist es wenig überraschend, dass es mal wieder der Sneaker war, der die Branche durch die Saison getragen hat; und da das Wetter lange unbeständig und kühl war, wurde er fast bis zuletzt verkauft, während offene Ware bis Mitte Juni kaum angetastet wurde. „Der Sneaker ist und bleibt die wichtigste Warengruppe“, sagt Axel Lambertz, Lambertz Orthopädie Schuh & Technik GmbH & Co. KG in Oberhausen-Sterkrade. Selbst zum Sommerkleid tragen die Frauen „oft keine Sandalen mehr, sondern Sneaker“, beobachtet er. Und die Realität auf den Straßen bestätigt, dass der Sneaker selbst bei 30 Grad oft einer luftigen Sandale vorgezogen wird.
Viele Frauen scheinen letztendlich rational und funktionsorientiert zu kaufen – auch wenn sie vor dem Schaufenster vielleicht noch von ausgefallener Mode geträumt haben. „Es sind tatsächlich weniger die modischen, sondern eher die praktischen, fast möchte ich sagen etwas langweiligen Modelle, die besonders gut gelaufen sind“, sagt Kirsten Graßmay, „die reinen Problemlöserschuhe eben“. Aber es gibt auch andere Erfahrungen. „Komfort und Funktion stehen an erster Stelle – aber je modischer, desto besser“, sagt etwa Andrea Wöber-Hübner, Einkäuferin bei Schön & Endres, sechs Filialen in Würzburg und Umgebung. Letztendlich dürften es die jeweiligen Standortfaktoren und die Mikrolage mit ihrem spezifischen Publikum sein, die hier ihren Niederschlag finden.