Im Schuhhandel bleibt weniger übrig
Die Preisentwicklung unterscheidet sich jedoch stark zwischen Bekleidung und Schuhen. In diesem Jahr steigen die Betriebskosten im Bekleidungseinzelhandel um 2 %, im Schuheinzelhandel um 0,6 %. Im nächsten Jahr dürften die Kosten im Schuhhandel jedoch wieder stark ansteigen. Im Modehandel sollen die Kosten 2024 um 1,8% steigen, im Schuhhandel um 2,8%. Unter anderem das führt dazu, dass im Schuhsegment weniger Geld übrigbleibt. Der Verlust wird sich laut Prognose zwischen 2022 und 2024 verdoppeln. Das Betriebsergebnis der Schuhhändler lag 2022 im Durchschnitt bei -1,5% des Bruttoumsatzes, 2023 wird es voraussichtlich bei -2,2% und 2024 bei -3% liegen.
Unterschiede zwischen Mode- und Schuhbranche gibt es auch bei der Entwicklung der Liquidität. Hierbei wirkt sich die Steuerung der Saison in der Schuhbranche aus. „Es wäre gut, wenn sich die Schuhbranche da etwas von der Modebranche abschauen könnte“, so Fashionconsult-Geschäftsführer Leo Faltmann. Dort habe man die Steuerung der Order besser im Griff: Es wird dann geordert, wenn Geld da ist. In der Schuhbranche findet die Order hingegen vielfach in umsatzschwachen Monaten statt. Besonders stark tritt dieser Effekt im August auf, was zu Liquiditätsengpässen führen kann. Engpässe sind auch bei der Rückzahlung der Überbrückungshilfe ein reales Risiko, wo zurzeit die Gefahr einer überraschend hohen Berechnung besteht. 37% der Befragten geben an, dass ihnen die Insolvenz droht, wenn sie höhere Rückzahlungen leisten müssen als kalkuliert. Bei den Schuhhandelsunternehmen sind es sogar 69%.