Am 11. Juni richtete die Unternehmensberatung Fashionconsult aus dem Einstein-Sommerhaus in Caputh bei Potsdam die Veranstaltungsreihe „Zukunft denken“ aus. Geschäftsführer Leo Faltmann und Senior-Berater Sönke Padberg stellten dabei ihre Vorschläge für eine Schuh- und Modemesse vor. Auf Basis der Ergebnisse ihrer vorherigen German Fashion Fair-Umfrage haben die beiden Eckpunkte aufgestellt, die diese Messe erfüllen müsste. Den ersten Aufschlag für diese Messe sollte es ihrer Meinung nach im Januar 2025 im Vorfeld der Orderrunde geben, erklärte Faltmann: „Die zeitnahe Umsetzung 2025 ist wichtig, sonst wird der Messegedanke irgendwann tot sein. Wir müssen zusehen, dass schnell etwas passiert, um nicht in ein Loch zu fallen.“ Auch ein kleinerer Auftakt sei besser als eine zu lange Wartezeit, in der das aktuelle Momentum verloren gehen könnte. Andererseits, sind sich die Diskutanten einig, müsse die Messe vom Auftakt an gut ankommen. Désirée Orlowski, Geschäftsbereich Produkt, ANWR Schuh, gab zu bedenken: „Wir müssen Schritte machen, die Erfolg zeigen und nicht Fragen aufwerfen. Man hat nur einen Wurf. Wenn das Ganze nicht funktioniert, wird es für eine lange Zeit ein verbranntes Thema sein.“
Igedo-Chefin Ulrike Kähler glaubt daran, bis Januar eine Messe starten zu können: „Ich glaube, dass wir schon im Januar etwas tun müssen, um ein Zeichen in Deutschland zu setzen. Die Umsetzung ist unser Tagesbusiness, da stehen wir gerne bereit.“ Andere Diskussionsteilnehmer halten den Januartermin für zu verfrüht. „Der Januar ist sehr ambitioniert. Wir haben uns im Schuhbereich vom Januar verabschieden müssen. Wir haben den Rückhalt, was zu machen. Aber es gab keinen Messestandort für den Januar. Wir arbeiten eigentlich daran, im Juli starten zu können“, ergänzte zum Beispiel Roman Degenhardt, Schuhhändler und Mitinitiator der Initiative Schuhhandel hat Zukunft. Knackpunkt ist für ihn das Commitment der Modebranche für eine gemeinsame Messe. „Es wäre gut, eine gemeinsame Messe zu haben. Daran sollten wir arbeiten. Ich würde mich über eine klare Zusage zu einer Messe in Deutschland von der Textilbranche freuen.“ Mitinitiator Ulrich Volk machte deutlich, dass in der Schuhbranche Industrie, Handel, Verbände und Verbundgruppen bereits zusammenarbeiten und die Textilbranche für eine gemeinsame Messe ähnlich eng zusammenarbeiten und sich committen müsse.
Ein weiterer Vorschlag zur Realisierung der Messe war, sie an unterschiedlichen Standorten stattfinden zu lassen. Padberg erläuterte: „Die Standortfrage ist häufig ein Politikum. Dem könnten wir dadurch begegnen, dass wir offen bleiben und keine Vorentscheidung treffen.“ Dauern müsse die Messe zwei Tage lang. Das sei der klare Wunsch der Umfrageteilnehmenden gewesen.