Künftig soll diese Bezahlmethode in vielen Fällen wie ein Kredit behandelt werden – inklusive umfassender Einkommens- und Ausgabenprüfungen, selbst bei Kleinstbeträgen. Zusätzlich sollen Warnhinweise vor möglichen „Risiken“ eingeführt werden.
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) kritisiert diese Pläne. Der Verband warnt vor einem massiven Vertrauensverlust und einem Wechsel vieler Verbraucherinnen und Verbraucher zu risikoreicheren Zahlungsarten wie Ratenkrediten. „Käufe auf Rechnung sind zinsfrei und haben ein geringes Überschuldungsrisiko. Sie mit Verbraucherkrediten gleichzusetzen, ist unverhältnismäßig“, so Daniela Bleimaier, Leiterin Public Affairs beim Bevh.
Eine aktuelle Umfrage bestätigt das hohe Vertrauen in den Rechnungskauf: 64 % nutzen ihn vor allem für kleinere Einkäufe unter 100 Euro, vor allem wegen der besseren Ausgabenkontrolle. Nur 3,7 % nutzen ihn wegen Zahlungsaufschub. 42 % der Befragten gaben an, sich „unsicherer“ zu fühlen, wenn sie bei jedem Einkauf finanzielle Angaben machen müssten.
Der Bevh fordert daher eine datensparsame und verhältnismäßige Umsetzung der Richtlinie, abhängig von der Höhe des Kaufbetrags. Der aktuelle Gesetzesentwurf sei ein guter Kompromiss – dürfe aber nicht verschärft werden.