Die Europäische Union hat sich auf eine weitreichende Reform des Zollrechts geeinigt. Künftig wird es keine Freigrenze für zollfreie Importe mehr geben. Damit reagiert die EU auf die zunehmende Marktverzerrung durch extrem günstige Produkte, insbesondere aus asiatischen Ländern. Die bisherige Freigrenze von 150 Euro für Importe aus Nicht-EU-Staaten wird abgeschafft.
„Künftig sollen alle in die EU eingeführten Waren ab dem ersten Euro verzollt werden“, erklärte Stephanie Lose, dänische Ministerin und derzeitige Vorsitzende des EU-Rates, nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Ziel sei es, Betrug vorzubeugen und faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen zu schaffen.
Der Beschluss geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück und soll 2028 mit dem Start einer digitalen Plattform zur Kontrolle und Abwicklung in Kraft treten. Bereits 2026 ist eine Übergangslösung geplant, um den Implementierungsprozess frühzeitig zu starten.
Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil unterstützte den Vorstoß. Die Maßnahme sei ein „deutliches Signal“, dass die EU die Flut extrem günstiger Importware nicht mehr tolerieren werde.
Der Beschluss könnte heimische Händler stärken, die bislang unter dem Preisdruck litten. Wie stark sich die Maßnahme auf die Endpreise und das Konsumverhalten auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die EU will mit dem neuen Zollsystem ein faires Spielfeld schaffen.