Einige spanische Marken empfinden die spanische Schuhindustrie insgesamt als zu bescheiden. Die italienische Industrie würde ihre Qualität beispielsweise viel selbstbewusster und stärker bewerben. Wie lässt sich das verbessern?
Wir haben hart daran gearbeitet, uns besser zu vermarkten. Wie gesagt, hat sich da auch schon einiges getan. Aber natürlich sind die Italiener uns im Marketing noch weit voraus. Wir arbeiten an der Qualität der Produkte und der Zuverlässigkeit und Services für den Händler. Wir bekommen bereits viel positives Feedback für pünktliche und verlässliche Lieferungen, was genauso wichtig ist wie das Produkt selbst. Wir wollen uns stärker bewerben, indem wir auf allen internationalen Messen präsent sind. In vielen Ländern gibt es auch gemeinsame Showrooms. Wir arbeiten vor allem B2B, deswegen fokussieren wir unsere Kommunikation auch auf diese Kanäle. Im D2C-Bereich haben wir vermutlich noch nicht so viel erreicht, wie möglich gewesen wäre, wobei D2C-Kampagnen auch sehr teuer sind. Da versuchen wir, über die Arbeit mit Influencern Aufmerksamkeit zu generieren.
Wenn es um Services für den Handel geht, wird oft über EDI gesprochen. Wie weit sind die spanischen Unternehmen in dem Bereich?
Es gibt mehr Austausch zwischen Händlern und Herstellern. Das hat sich durch die Pandemie noch einmal beschleunigt. Der Datensatz wird auch kontinuierlich besser. Gerade wegen der angesprochenen Herausforderungen müssen wir an unserer Effizienz arbeiten. Das erreichen wir vor allem, indem wir datenbasierter arbeiten. Es ist aber auch noch ein weiter Weg zu gehen.
Wie bewerten Sie die Messesituation in Deutschland?
Wir sind besorgt über die Messesituation. Es gibt viele kleinere Hersteller in Spanien, für die es wichtig ist, sich auf einer Messe in Deutschland präsentieren zu können. Es gibt so viele kleine Messen und Veranstaltungen über das Land verteilt, für die wir Geld ausgeben müssen, und keine von ihnen funktioniert wirklich gut. Das macht es uns sehr schwer. Es gibt für uns zwei große Messen mit internationaler Bedeutung: die Micam im hochqualitativen Bereich und die Expo Riva Schuh im Mainstream. Alle anderen Veranstaltungen sind eher national oder regional. Was gerade ansteigt, ist die Bedeutung von Modemessen, wo wir auch unsere Schuhe gut präsentieren und Modehäuser als Kunden gewinnen können.
Wir haben den Standort Düsseldorf als Modehauptstadt immer unterstützt und wollen das auch weiterhin tun. Jetzt gab es bei dem Twodays-Event aber einen starken Rückgang bei der Ausstellerzahl. Für die großen Einkäufer und Marken war der Termin vielleicht immer noch zu spät, denn die sind auf der Expo Riva Schuh. Für kleinere, modischere Marken, wie viele aus Spanien, war er zu früh. Es gibt zu viele Veranstaltungen für immer weniger Einkäufer.
Waren Sie in den Vorjahren mit den Düsseldorfer Messen zufrieden, was die Kontakte aber auch die Aufträge angeht?
Ja! Es war nicht großartig und es hat eher für modische Marken funktioniert, aber wir konnten trotz niedrigerer Besucherzahlen erfolgreich arbeiten. Alle unsere Marken fordern eine starke und einzigartige Schuhmesse in Deutschland.