Strahlender Sonnenschein und 20 Grad Ende September sind nicht gerade optimale Bedingungen, um die neue Herbstschuhmode an den Kunden zu bringen. Zur guten Stimmung in Mainhausen trug die sommerliche Witterung allerdings schon bei – schließlich stand die Abrundung der F/S-Sortimente auf dem Programm.
Zu den wichtigsten Herausforderungen der neuen Saison gehört für die Händler, nach der farbigen Vielfalt des letzten Sommers langweilige Sortimente für die nächste warme Jahreszeit zu verhindern. Quer durch die Kollektionen hat eine deutliche farbliche Beruhigung stattgefunden – im Fokus stehen neben dem obligatorischen Schwarz und Weiß vor allem Naturtöne in verschiedenen Schattierungen sowie vor allem Blau.
„Die allgemeine Beruhigung in den textilen Kollektionen birgt durchaus Chancen für spannende, auch farbige Schuhe“, ist Frank Beckmann, Schuhhändler aus Bochum, überzeugt. Für den Handel komme es darauf an, schon im Schaufenster spannende Akzente zu präsentieren. Blau könnte da als Solitärfarbe zu wenig sein. Gerade im sportiven Bereich wird es weiter – auch plakativ – farbig bleiben; für den Citybereich bieten sich Pastelle an, die aber wohldosiert eingekauft wer- den müssen.
Im Schuhhaus Große-Kreul in Gladbeck setzt man neben den neuen Neutraltönen auf starke Farbakzente, um die Kunden ins Geschäft und ’an den Schuh‘ zu locken. „Wir glauben unter anderem an Rot“, so Svenja Glathe.
Rolf Winterle von Manila machte in vielen Gesprächen mit Händlern in den letzten Wochen ähnliche Erfahrungen mit der neuen Farbpalette: „Ganz klar: Farbe muss für F/S 2014 deutlich reduziert werden, aber sie darf keinesfalls auf Null gesetzt werden.“ Es komme gerade angesichts der allgemeinen Beruhigung darauf an, neue Themen in den Sortimenten zu präsentieren. Neben Farbtupfern seien dies vor allem spannende Materialien wie Krokoprägungen und interessante Finishes, aber auch Strasselemente, Ketten oder phantasievolle Spangen.
Was die Modellerie angeht, so gibt es zwei Extreme, die für den Handel im Fokus stehen: Sandalen und Sommerstiefel. Dazwischen ist die Luft – sprich die Modellauswahl, aber auch das Interesse – dünn. „Übergangsware ist so gut wie gar kein Thema“, berichtet Raimund Cordes vom gleichnamigen Schuhhaus in Herzebrock-Clarholz. Die Zeit werde zeigen, ob der Sandalenanteil nicht in dem einen oder anderem Sortiment zu hoch angesetzt sei. Andererseits beobachtete Altert Mayer, Warenexperte der ANWR, gerade auf den Fashion Days bzw. der Scala großes Interesse der Händler gerade an Sandalen. „Sommerstiefel sind zahlreich vorhanden, auch in schönen Varianten. Wonach viele Händler hier suchten, das sind interessante Sandalen, etwa Modelle mit Absatz, mit denen sich neue Impulse setzen lassen.“ Auch für die Abrundung der H/W-Sortimente boten die Messen in Mainhausen noch Raum. Mancher Händler hatte offenbar Langschaftstiefel ’vergessen‘ und nutzte die Messe auf dem ANWR Campus, um sich mit schönen Modellen einzudecken.