Mit den Infotagen ist die Schweizer Schuhordersaison am 24. und 25. Februar positiv gestartet. Die Aussteller zeigten sich angesichts der Frequenz an beiden Messetagen sehr zufrieden. Viele Kunden fanden den Weg in das Ordercenter im FOM Spreitenbach. Auch die allgemeine Stimmung im Handel wurde trotz der durchwachsenen Wintersaison positiv beurteilt – und eines scheint nach zwei Tagen Messe festzustehen: Die Kunden sind in einer modisch beruhigteren Saison auf der Suche nach Neuem.
“Der Winter war wie immer: nie richtig!”, fasste Bernd Willmann von Solidus augenzwinkernd zusammen. Ähnlich wie Deutschland hatte die Schweiz einen viel zu späten Wintereinbruch. Nach wenigen schneereichen Tagen Anfang Dezember klang das Jahr viel zu mild aus – die Umsatzergebnisse im Schuheinzelhandel zeigten sich so durchwachsen wie das Wetter. “Jeder ist momentan in Erwartungshaltung. Wir wollen die Orderstimmung mit neuen Farben anregen,” erklärt Bernd Willmann.
Auch wenn die Modeurop-Trendexpertin in den sehr gut besuchten Modevorträgen an den beiden Messetagen die starke Präsenz von Schwarz betonte, wurde Farbe in den Kollektionen keinesfalls vergessen. Zu den Akzenttönen im kommenden Herbst und Winter gehören vor allem Bordeaux, Rost und Dunkelblau. “Die Kunden sind auffallend an neuen Themen interessiert”, bestätigte auch Maurizio Vallese von Aldo Bruè.
Sowohl im Herren-, als auch im Damenbereich wurden in der Schweiz vor allem kernigen Booties im Biker oder Western Look sowie Chelseas gute Chancen eingeräumt. Auffällig hoch war der Anteil an Stiefeletten im Vergleich zu Langschäftern – diese müssen in der Schweiz vor allem rustikal, sportiv und robust daherkommen, was den aktuellen Modetrends aber absolut entspricht. Zu den wichtigsten Details der neuen Modellerie gehören Nieten, die neu interpretiert werden – in Mikro- oder Makrogröße sowie als Schmuckelemente in Form von Sternen oder Totenköpfen. Used-Effekte bleiben ein wichtiges Stilelement in den Kollektionen.
Warmfutter hoch im Kurs
Der Damenbereich wartete mit vielen Pantoffelschnitten und Loafern auf, die sich gerade als Übergangsware gut eignen. “Die Kunden dürfen nicht vergessen, dass die Wintersaison schon im August startet. Wir raten ihnen zu ‘leichteren’ Modellen”, sagt Daniel Graf von D’n’G Brands, der Marken wie Camper, Hub, Sebago oder Cat vertreibt.
Aber auch das Thema Lammfellfütterung wurde in der Schweiz gut besprochen. “Von unseren Modellen mit und ohne Lammfellfutter wurden eindeutig die gefütterten viel stärker abverkauft”, sagte Daniel Graf. Gerade zum milden Saisonbeginn 2012 seien Lammfellvarianten bereits vergriffen, somit versprechen sich die Hersteller auch im kommenden Herbst ähnlich gute Abverkäufe wie im Vorjahr. Im Grunde war das Gros der Aussteller mit der Schweizer Kick-off Veranstaltung zufrieden.
Mit zahlreichen Neuzugängen wie Marc O’Polo, Nanga oder Sole Rebels wurde das Ausstellerportfolio im Fom Spreitenbach erweitert. Auch der Fom-Vorstand zeigte sich mit dem Verlauf der Messe überaus glücklich. “Die Stimmung hier auf der Messe ist sehr gut, die Infotage haben sich sehr gut etabliert”, sagte Centerleitung Manuela Läng. In der kommenden Ordersaison feiert das Fom immerhin sein 10-jähriges Bestehen.