Nach dem Abitur in Soest wurde Friedrich Schüttfort, der 1925 in Dortmund zur Welt kam, 1943 zunächst zum Wehrdienst eingezogen. Als er 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, begann er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann im Familienunternehmen seines gleichnamigen Onkels in Hamburg. Nach dessen Tod übernahm Friedrich Schüttfort 1969 die Geschäftsführung des 1911 gegründeten Schuhunternehmens, das er – unterstützt von seinem Sohn Wido, der 1982 in die Firma eintrat – kontinuierlich modernisierte, ausbaute und über 60 Jahre prägte.
„Schuhe waren in meinem Leben mehr als eine Quelle des Erwerbs“. Diese Einstellung dürfte dazu beigetragen haben, dass das Familienunternehmen Schüttfort sich nun bereits seit mehr als 100 Jahren auf dem Markt erfolgreich behauptet. Zusätzlich zur eigenen Firma, die bereits 1931 Mitglied der damaligen Nord-West wurde, engagierte sich Friedrich Schüttfort auch für die Belange anderer Schuhhändler. 1956 war er eine Amtszeit als Landesgruppen-Sprecher tätig, bevor er 1969 in den Aufsichtsrat der gerade gegründeten Tochtergesellschaft Quick Schuh gewählt wurde, dem er bis 1975 angehörte. Nach einer kurzen Verschnaufpause genossenschaftlichen Engagements wechselte er 1977 in den Aufsichtsrat der Nord-West-Ring eG, dessen Vorsitzender er von 1982 bis 1989 war.
Vor allem die Gründungen der Fach-Sport Handelsgesellschaft mbH, Vorläufer der heutigen SPORT 2000, sowie der Nord-West-Ring Bank eG, heute DZB BANK GmbH, im Jahr 1979 waren markante Ereignisse in seiner Amtszeit. Auch nach seiner aktiven Zeit für die ’NWR‘ fehlte er nur selten bei einer Generalversammlung. Er war ein engagierter Vertreter des Genossenschaftsprinzips, das er mit Verve verteidigte, ohne Debatten zu scheuen.
Anlässlich seiner Verabschiedung aus dem Aufsichtsrat im Jahr 1989 wurde ihm die silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes verliehen. Friedrich Schüttfort betrachtete sich immer als ’primus inter pares‘ im Aufsichtsrat. Beim Abschied hatte er sich dem Vernehmen nach jegliche Laudatio seitens seiner Aufsichtsratskollegen verbeten. Dies galt auch für Geschenke, die besser in eine Spende für die NWR- Kinderhilfe umgewandelt werden sollten. Der Aufsichtsrat ist dieser Bitte nachgekommen. Eine Laudatio gab es dennoch – vom langjährigen Sparring-Partner und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg C. Neumann.