Lockerungen auf der einen Seite, Verbindlichkeit auf der anderen: Im Bereich Ware hat Quick Schuh neue Regeln aufgestellt, die für alle teilnehmenden Händler gelten. „Früher wurde den Händlern viel zugeteilt und oftmals sind dabei regionale Unterschiede in der Nachfrage nicht bedacht worden“, sagt Schnütgen. „Zudem gibt es sehr verschiedene Anforderungen an den Standorten, seien es nun Centerlagen oder Fachmärkte. Diese müssen stärker berücksichtigt werden.“ Jetzt gibt es Kampagnen mit drei Industriepartnern – Skechers, Rieker und Tamaris –, zu denen je ein Artikel pro Saison gehört, der zu bestimmten Konditionen zugeteilt wird. „Das ist der kleinste gemeinsame Nenner“ sagt Johannes Schnütgen. Als Konzeptleiter hält er den Kontakt zur Industrie und wählt die Schuhe aus. Für H/W 2024/25 sind das ein Sneaker von Skechers, eine Stiefelette von Tamaris und ein Winterstiefel von Rieker. Die Kampagnen laufen über Großflächen und Social Media und nach Möglichkeit sollen alle Beteiligten von der Kooperation profitieren. Darüber hinaus gibt es pro Saison etwa 25 Marken, die in einem Empfehlungsprogramm der Quick Schuh aufgeführt sind. Auch dieses erarbeitet Johannes Schnütgen; er besucht dafür Messen wie die Expo Riva Schuh und nimmt dort Kontakt zu Lieferanten auf. Etwa zehn bis 15 Schuhe pro Marke fließen in das Empfehlungsprogramm ein. Auf den ANWR-Messen in Mainhausen werden die Produkte gezeigt. Welche Schuhe sie dann in welcher Menge ordern wollen, entscheiden die Händler selbst. Im Sinne der bereits erwähnten Unkompliziertheit legt Schnütgen keinen großen Wert auf aufwändige Kataloge. Jetzt reicht er ein simples Bestellformular als PDF weiter, um den Auftrag des Händlers entgegenzunehmen. „Alles muss schnell und einfach sein“, betont der 58-jährige Konzeptleiter.
Marketing bis ins Detail
Auch in Sachen Marketing will die Quick Schuh neue Wege gehen. Von der Basisdeko bis hin zu Instore-TV-Spots liefert die Zentrale alles, was der Händler benötigt. Regelmäßig werden die Quick Schuh-Händler mit entsprechenden Paketen versorgt. Hinzu kommt ein Agenturservice, den die Franchisenehmer für individuelle Aktionen in Anspruch nehmen können. Wird eine Anzeige in der Tageszeitung geschaltet, ein abendliches Shopping-Event geplant oder ein verkaufsoffener Sonntag, dann kann das Quick Schuh-Team schnell die gewünschten Motive in den richtigen Formaten für den Händler layouten – mit allen Quick Schuh-Gestaltungselementen wie der grünen Farbe oder der für das Konzept typischen Schriftart. Das Team in Mainhausen ist klein: Neben Johannes Schnütgen und Burkart Sprecher gehören drei Kolleginnen in Mainhausen dazu. „Wir sind schlank aufgestellt, sehr wendig und sehr schnell“, ist der Konzeptleiter überzeugt. Ziel sei es nun, den vorhandenen Franchisenehmern in ihrem Tun bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihren Erfolg zu steigern. Schon jetzt sei erkennbar, dass die Zufriedenheit der Händler deutlich gestiegen sei, ist Schnütgen überzeugt. Geht es nach ihm, dürfte die Zahl der Quicker in den nächsten Jahren wieder deutlich steigen.