„Profitabel und gut aufgestellt“
Wie der Unternehmenssprecher gegenüber schuhkurier betont, ist Gabor profitabel und gut aufgestellt. Man benötige keinen Investor „aus einer Not heraus“, sondern suche vielmehr nach Möglichkeiten, kraftvoll und zügig seine Wachstumsstrategie voranzutreiben. Für den Fall, dass sich kein Investor finde, würde man den eingeschlagenen Weg weiter gehen – eventuell aber mit geringerem Tempo.
Ähnlich äußert sich auch CEO Stefan Blöchinger: „Das Unternehmen handelt aus einer Position der Stärke. Gabor wurde in den vergangenen Jahrzehnten als Konzern erfolgreich ausgebaut. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für den nächsten Schritt.“
Das Rosenheimer Unternehmen gehört zu den führenden Schuhanbietern in Europa. Auch in den USA und in Asien, vor allem in China, spielt Gabor eine bedeutende Rolle. Insgesamt ist Gabor laut eigenen Angaben in rund 60 Ländern weltweit vertreten und hat einen Exportanteil in Höhe von fast 50%.
Der mögliche neue Investor müsse, so der Unternehmenssprecher gegenüber schuhkurier, zur DNA des Schuhherstellers passen. Diese umfasse die Zentrale in Rosenheim sowie die beiden Produktionsstätten in Portugal und der Slowakei sowie die Logistik in Mindelheim. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 2.600 Mitarbeitende. Stefan Blöchinger: „Als global tätiges Unternehmen mit starken Marken haben wir uns eine gute Reputation und Vertrauensbasis zu unseren Partnern im Handel und zu den Kundinnen und Kunden erarbeitet. Das macht Gabor als Arbeitgeber und Hersteller seit jeher attraktiv.“ Darauf soll nun aufgebaut werden.
Für den Handel soll sich durch den nun eingeleiteten Investorenprozess nichts ändern. „Selbstverständlich können sich Lieferanten, Partner und Mitarbeitende ebenso wie unsere Kundinnen und Kunden auch weiterhin auf uns und unsere Position als international und verantwortungsvoll agierender Schuhhersteller aus Deutschland verlassen“, so Gabor-CEO Stefan Blöchinger.
Im Mai vergangenen Jahres hatte der langjährige Vorstandsvorsitzende Achim Gabor seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen angekündigt. Am 18. Juli 2023 wurde Stefan Blöchinger vom Aufsichtsrat als sein Nachfolger ernannt. Er war bereits seit dem 1. August 2022 als Vorstand für Finanzen und Verwaltung im Gabor-Vorstand aktiv.
Der Gabor-Vorstand besteht neben Stefan Blöchinger (CEO und Vorstand Finanzen und Verwaltung) aus Peter Bradler (Vorstand Production, Purchasing and Sourcing) und Sascha Negele (Vorstand Customer and Brand).
Im März hatte das Rosenheimer Unternehmen einen Umbau auf seiner Führungsebene angekündigt: Tom Czizegg, bisher Geschäftsbereichsleiter Pius Gabor, ist neuer Head of Sales. Dr. Markus Reheis, bisheriger Marketingleiter im Rosenheimer Unternehmen, ist Head of Brand. Neu im Team ist seit 1. April Kristin Käpplinger als Head of Product. Ralf Meurer, Geschäftsbereichsleiter Gabor, und Rainer Bachl, verantwortlich für das Segment Gabor Comfort, berichten an den Head of Sales bzw. die Head of Product. Pius Gabor wird bis auf weiteres weiterhin von Tom Czizegg verantwortet.
Die Gabor Shoes AG mit Sitz in Rosenheim ist eine Familien-AG. Zum Portfolio gehören die Damenschuhmarken Gabor und Gabor Comfort sowie die Marke Rollingsoft und das Herrenschuhfabrikat Pius Gabor. Handtaschen und Schuhpflegeprodukte werden als Lizenzprodukte angeboten. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz inkl. Lizenzen in Höhe von 322 Millionen Euro. Die Absatzmenge betrug 6,5 Mio. Paar Schuhe.