Der Warenhauskonzern Galeria steht laut verschiedenen Berichten mehrerer Medien erneut unter finanziellem Druck. Nach Informationen der Immobilien Zeitung hat das Unternehmen an mehreren Standorten Vermieter darum gebeten, fällige Mietzahlungen zu stunden. Dem Bericht zufolge soll Galeria in mehreren Fällen die April-Miete bislang nicht überwiesen haben. Zudem sei bei acht Vermietern angefragt worden, jeweils zwei in diesem Jahr fällige Monatsmieten erst im kommenden Jahr zu begleichen. Wie die Textilwirtschaft berichtet, soll Galeria im ersten Halbjahr offenbar mehr als 100 Mio. Euro Umsatz eingebüßt haben.
Neben den aktuellen Stundungsbitten sollen derzeit auch Gespräche über neue Mietkonditionen für mehrere Filialen laufen. Welche Standorte konkret betroffen sind, ist bislang nicht vollständig bekannt.
Eine Stellungnahme des Unternehmens zu den Berichten liegt bislang nicht vor. Gegenüber schuhkurier wollte sich Galeria zu dem Thema nicht äußern.
Galeria durchlief in den vergangenen Jahren bereits mehrere Restrukturierungen und drei Insolvenzen. Das Filialnetz wurde seitdem auf 83 Standorte reduziert. Gleichzeitig gilt die Mietbelastung als einer der zentralen Kostenfaktoren im stationären Warenhausgeschäft. Nach Medienberichten sollen sich die jährlichen Mietkosten des Unternehmens auf insgesamt 100 bis 120 Mio. Euro belaufen.
In Handels- und Immobilienkreisen gelten Bitten um Mietstundungen in der Regel als Warnsignal. Mietkosten zählen zu den größten Fixkosten des stationären Einzelhandels. Wenn sie nicht fristgerecht gezahlt werden, deutet das häufig auf eine angespannte Liquiditätslage hin. Für Vermieter erhöht sich damit erneut der Druck, vor allem bei Häusern in zentralen Innenstadtlagen mit hohen Mietverpflichtungen.