Der Warenhauskonzern Galeria bereitet sich laut Medienberichten auf die dritte Insolvenz in kurzer Zeit vor. Diesen Überlegungen zugrunde liegt die wahrscheinlich ausbleibende Finanzierung durch die Muttergesellschaft Signa, die im November in die Insolvenz gerutscht war. Zur Finanzierung in Höhe von 200 Mio. Euro an Galeria hatte sich die Signa-Holding zuvor verpflichtet. Eine erste Tranche sollte im Februar kommen. Ob das nun geschehen wird, ist ungewiss. Damit könnte laut einem Bericht der FAZ dem Warenhauskonzern die Überschuldung drohen.
Das Weihnachtsgeschäft soll allerdings gut verlaufen sein. Und für das Geschäftsjahr 2023/24, das bis Ende September läuft, prognostiziert das Unternehmen ein positives Ergebnis.
Würde es zu einer dritten Insolvenz kommen, wäre das für die 12.500 Beschäftigten an den noch verbliebenen 92 Standorten eine Katastrophe. Zwei Sanierungen in Eigenverwaltung in den Jahren 2020 und 2022 hat das Unternehmen überstanden; Gläubiger haben in diesem Zusammenhang auf Milliardensummen verzichtet. Zudem gab es 680 Mio. Euro Staatshilfe.
Diskutiert wird ein Verkauf des Warenhauskonzerns, für den es laut FAZ auch Interessenten geben soll. Aus Sicht des Betriebsrats von Galeria Karstadt Kaufhof wäre das ein Befreiungsschlag für das Unternehmen. „Dass nun die Kerngesellschaften der Signa-Gruppe insolvent sind, bedeutet, dass wir uns von der Signa-Gruppe und ihren Interessen befreien können“, sagte Betriebsratschef Jürgen Ettl. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. Finde sich ein neuer Eigentümer, der „ebenso wie wir ein Interesse daran hat, dass es Galeria gut geht, ist das Unternehmen zukunftsfähig.“