Nachdem Ende 2023 das Signa-Imperium des österreichischen Unternehmers René Benko in die Krise schlitterte und mehrere seiner Firmen Insolvenz anmelden mussten, mehrten sich zuletzt die Spekulationen hinsichtlich einer dritten Insolvenz von Galeria.
Vorläufiger Insolenzverwalter ist der Hamburger Anwalt Stefan Denkhaus. Er hat nun drei Monate Zeit, mit Vermietern, Mitarbeitenden und Gläubigern zu verhandeln, um die Zukunft für das Unternehmen zu sichern. Zugleich steht eine Investorensuche an.
Der Umsatz von Galeria betrug im Geschäftsjahr 2021/2022 (1. 10. bis 30.09.) 2,86 Mrd. Euro. Grund für den Insolvenzantrag war offenbar keine akute Zahlungsunfähigkeit, sondern eine negative Fortführungsprognose aufgrund der schwierigen Situation bei Signa. Gegenüber dem „Handelsblatt“ nannte Galeria-CEO Olivier van den Bossche den Insolvenzantrag einen „Befreiungsschlag“. Der Eigentümer sei für GKK immer mehr zur Belastung geworden. „Die Insolvenzen der Signa-Gruppe schädigen Galeria massiv, behindern das laufende Geschäft und schränken durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen die künftige Entwicklungsmöglichkeit stark ein“, heißt es in einer Mitteilung zum Insolvenzantrag. Der Warenhauskonzern könne sich nun aus den durch Signa gesetzten Rahmenbedingungen lösen und strebe einen Eigentümerwechsel an.
Ein Grund für die Insolvenz ist die wahrscheinlich ausbleibende Finanzierung in Höhe von 200 Mio. Euro durch die Muttergesellschaft Signa. Zu dieser hatte sich Signa verpflichtet; eine erste Tranche sollte im Februar kommen.
Im Jahr 2014 hatte der österreichische Immobilienunternehmer René Benko Karstadt übernommen; vier Jahre später folgte Galeria Kaufhof. Beide Unternehmen wurden später fusioniert.
Laut „Handelsblatt“ sollen 60 der insgesamt 92 Filialen profitabel sein. Sie könnten nach überstandener Insolvenz den Kern einer neuen Galeria-Gruppe bilden. Das bedeutet aber auch, dass Standorte schließen und Mitarbeitende entlassen werden müssten. Für jedes Warenhaus müsste einzeln entschieden werden, ob es geschlossen oder weiter betrieben werden kann. Galeria gehört zur Signa Retail Selection AG mit Sitz in der Schweiz. Dieses Unternehmen hatte Ende 2023 Gläubigerschutz beantragt und soll liquidiert werden.