schuhkurier: Die GDS setzt verstärkt auf umfangreiche modische Informationen zusätzlich zum Messeangebot. Welche Elemente gehören im Einzelnen zu diesem Leistungsangebot?
Kirstin Deutelmoser: Die modischen Informationen sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der GDS. Sie geben den Fachbesuchern eine zuverlässige und schnelle Orientierung über die aktuellen Schuhtrends der neuen Saison. Unsere Trendinstallation ‘Trends Inn’ in Halle 5 zeigt zum Beispiel anhand einzelner Modelle die wichtigsten Formen und Details der aktuellen Schuhe und Accessoires. Wichtig für den Handel ist es aber auch, die Schuhe als Teil eines gesamten Outfits zu erleben. Dafür inszenieren wir mit sehr viel Aufwand unsere Fashion Shows, wie zum Beispiel die GDS Trend Show, die täglich in Halle 2 stattfindet. Wie die Trends am Ende im Schaufenster präsentiert werden können, zeigt die ‘Trends Inn 4′. Hier wird ganz praxisnah demonstriert, wie mit ganz einfachen Mitteln aufmerksamkeitsstarke Dekorationen entstehen. Abgerundet wird das gesamte Trendkonzept mit Vorträgen und Seminaren in der Vortragsarea Speakers’ Corner der GDS.
sk: Wird auch für künftige Messen an diesem ‘Mehr’ an Informationen festgehalten?
K. D.: Keine andere Schuhmesse bietet ein solch umfassendes Trendkonzept und bildet es so vielfältig innerhalb des Messegeschehens ab. Daher ist dieses ‘Mehr’ an Informationen ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der GDS. Daran wollen wir festhalten – auch wenn der gesamte Prozess jedes Mal sehr aufwändig ist: Am Anfang steht immer eine lange Vorbereitungsphase, in der ein intensiver Austausch mit Trendexperten stattfindet. Bei einem Trend-Roundtable mit dem Modedesigner Niels Holger Wien werden zunächst die aktuellsten Entwicklungen in der Mode im Hinblick auf verschiedene kulturelle Einflüsse, allgemeine Grundprinzipien und Schlüssel-Silhouetten analysiert. Über die aktuellen Key Looks in der Mode folgt dann die Zuordnung der neuen Farben, Formen und Materialien für Schuhe und Accessoires. Schlussendlich werden daraus die GDS Focus Trends abgeleitet, die den Handel durch die neue Saison führen und sich wie ein roter Faden durch die Trend-installationen, die Modenschauen und das gesamte Messegeschehen ziehen.
sk: Welche Rolle spielt die GDS im Reigen der Veranstaltungen, die dem Schuhfachhandel in einer Orderrunde zur Verfügung stehen?
K. D.: Momentan diversifiziert sich die Messelandschaft sehr stark und es ist für den Schuhfachhandel oft nicht einfach, hier den Überblick zu behalten. Die GDS nimmt dabei als Leitmesse der Branche eine Sonderstellung ein. Die Industrie kann sich auf der GDS optimal präsentieren. Der Handel profitiert dadurch von einer besonderen Markenvielfalt und bekommt zweimal im Jahr neue Impulse für den POS.
sk: Das Kidwalk Konzept wurde zur letzten GDS umfangreich neu gestaltet. Sind weitere Neugestaltungen von bestimmten Bereichen der GDS geplant?
K. D.: Der neue Look unseres Kinderbereichs mit dem neuen Standbaukonzept und der neuen Kidwalk Lounge ist bei Ausstellern und Besuchern sehr gut angekommen. Ein Jahr zuvor hatten wir bereits die White Cubes neu in Szene gesetzt. Hier wurde das gesamte Standbau-Design wertiger gestaltet, um den Ausstellern eine verbesserte Präsentation ihrer Produkte zu ermöglichen. Damit haben zwei wesentliche Bereiche der GDS ein grundlegendes Facelift bekommen. Zur kommenden GDS wird es voraussichtlich nur kleine Anpassungen geben, zum Beispiel im Bereich TradeForum. Das ist der Bereich, in dem sich unsere Partner aus Fachpresse und Medien präsentieren.
sk: Welche Rolle spielt die Internationalität der GDS? Und wie werden ausländische Besucher durch die Messe angesprochen?
K. D.: Als Veranstaltung mit Leitmessecharakter ist das Thema Internationalität für uns sehr wichtig. Das betrifft Aussteller wie Besucher gleichermaßen. Allerdings steckt die internationale Schuhbranche aktuell in einer schwierigen Phase. Da überlegen sich die Unternehmen sehr genau, wo sie sich präsentieren. Das bekommen wir leider auch bei der GDS zu spüren. Momentan kommt rund die Hälfte unserer 21.300 Fachbesucher aus dem Ausland. Um diesen hohen Anteil zu halten und weiter auszubauen, dürfen wir nicht stehenbleiben. Wir müssen die Märkte permanent im Blick haben und ständig an neuen Themen und Angeboten arbeiten.
sk: Das Angebot der Messe wurde auch um Accessoires erweitert. Sind Konzepte dieser Art auch in Zukunft vorgesehen bzw. werden diese weiter ausgebaut?
K. D.: Accessoires wie zum Beispiel Taschen haben eine große Bedeutung für den Schuhhandel und somit auch für die GDS. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Im Schnitt werden auf jeder GDS um die 150 Taschenkollektionen gezeigt. Wir werden auch weiterhin das Thema textile Accessoires wie Tücher, Gürtel und Hüte verfolgen und weiter ausbauen. Wie und in welcher Form das genau sein wird, ist momentan noch in der Planung.