Allianz Trade hat in einer Studie die Inflation in EU-Ländern und der Schweiz verglichen und dabei die gefühlte Inflation analysiert. In Europa unterscheiden sich die Teuerungsraten zurzeit stark. In Griechenland beträgt sie nur 2,8%, in Ungarn 21,5%. Deutschland und Österreich befinden sich mit 6,1% bzw. 8,8% im Mittelfeld. Die Schweiz ist mit dem zurzeit starken Schweizer Franken und weniger Abhängigkeit bei Energie eine Insel der Stabilität mit einer Inflation von 2,2%.
In der Eurozone gab es im Mai im Durchschnitt eine Inflation von 6,1%. Die gefühlte Inflation ist hingegen fast dreimal so hoch und beträgt 16,9%. Das liegt vor allem daran, dass Güter des Alltags wie Lebensmittel besonders teuer sind und damit in der Wahrnehmung der Menschen besonders präsent. „Die gefühlte und die tatsächliche Inflation klaffen insbesondere in Deutschland weit auseinander“, erklärt Jasmin Gröschl, Senior-Volkswirtin bei Allanz Trade. Die gefühlte Inflation sei in Deutschland fast 18% und damit noch höher als durchschnittlich in der Eurozone. „Das ist nicht unerheblich, denn die gefühlte Inflation beeinflusst das Handeln der Verbraucher stark, zum Beispiel beim Kaufverhalten. Diese Diskrepanz spielt also gerade für die Wirtschaft und die Unternehmen sowie für die Zinspolitik eine wichtige Rolle“, so Gröschl weiter.