Auf seiner Tagung vom 28. November bis 2. Dezember in Addis Abeba, Äthiopien, hat das UNESCO-Komitee für Immaterielles Kulturerbe insgesamt 33 Kulturtraditionen neu in die ’Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit‘ aufgenommen. Aus Deutschland wurde die Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genosseschaften berücksichtigt. „In Genossenschaften kommt bürgerschaftliches Engagement jenseits von privaten und staatlichen Wirtschaftsformen zum Ausdruck“, erklärte die Präsidentin der deutschen Kultusministerkonferenz, Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan. Die Anerkennung belege den Beitrag des immateriellen Kulturerbes zu sozialem Zusammenhalt.
„Gemeinsam handeln, mehr erreichen“
Die UNESCO-Liste gibt es seit acht Jahren, inzwischen sind darauf mehr als 300 Praktiken eingetragen, die einen Überblick über die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes geben sollen. Den Antrag für den ersten deutschen Eintrag hatten die Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft, die das Deutsche Genossenschaftsmuseum im sächsischen Delitzsch führt, und die Raiffeisen-Gesellschaft formuliert. „Gemeinsam handeln, mehr erreichen: Das ist die starke Botschaft der Genossenschaften weltweit. Wir freuen uns sehr, dass die UNESCO diese traditionsreiche und zugleich so moderne Idee der genossenschaftlichen Kooperation würdigt“, sagte Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. Weltweit sind rund 800 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert. In Deutschland vereinen die fast 8.000 Genossenschaften mehr als 22 Millionen Mitglieder.