Von dieser Entwicklung sind laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung in besonderem Maße Ladengeschäfte in den Klein- und Mittelstädten betroffen. Heute entfallen auf sie noch knapp 50% der Einzelhandelsumsätze in Deutschland. Für den Branchenexperten Gerrit Heinemann steht fest, wenn nichts geschehe, werde der Erfolg des Online-Handels hier zu existenzbedrohenden Umsatzrückgängen führen.
Eine ähnliche Prognose gibt auch Boris Hedde vom Kölner Institut für Handelsforschung (IfH) ab: „Der stationäre Handel wird bis 2020 wahrscheinlich 20 bis 40 Mrd. Euro an Umsatz an die Online-Konkurrenz verlieren.“ Doch die Digitalisierung sei nicht das einzige Problem, das dem stationären Handel in den nächsten Jahren zu schaffen machen wird. „Die demografische Entwicklung und der damit verbundene Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen werden wie ein zweiter Tsunami über die Branche hinwegfegen“, glaubt Hedde. Vor allem in den ländlichen Regionen, in den Klein- und Mittelstädten würden dadurch viele Geschäfte ihrer Existenzgrundlage beraubt.
Eines steht bereits fest: Nach aktuellen Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (BEVH) wächst der Online-Handel in Deutschland mit zweistelligen Wachstumsraten, während der stationäre Handel schwindende Besucherzahlen zu beklagen hat.
Für Gerrit Heinemann ist der Online-Handel allerdings nicht nur eine Bedrohung für die klassischen Ladenbetreiber, sondern auch eine Chance. „Das Projekt ’Mönchengladbach bei Ebay‘ hat gezeigt, dass der lokale Händler sich vom Online-Kuchen etwas abschneiden kann, wenn er seine Internetallergie ablegt.”
Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier.