Die Auslandshandelskammer Greater China (AHK) hat die Ergebnisse der jährlichen Geschäftsklima-Umfrage „Business Confidence Survey“ vorgestellt, in der deutsche Unternehmen die wirtschaftliche Situation in China regelmäßig bewerten. Die schwächelnde Wirtschaft im Land macht diesen Markt gemeinsam mit den ungleichen Bedingungen für in- und ausländische Unternehmen zu einer großen Herausforderung. „Letztes Jahr war ein Realitäts-Check für deutsche Unternehmen in China“, kommentiert Ulf Reinhardt, Vorsitzender des Vorstands der AHK für die Region Süd- und Südwestchina.
83% der Befragten gehen davon aus, dass die chinesische Wirtschaft einen Abwärtstrend erlebt. Dennoch wollen 91% ihre Präsenz im Markt erhalten. 79% erwarten in den nächsten fünf Jahren ein kontinuierliches Wachstum in ihrer Branche und 54% planen weiterhin zu investieren. Davon sagen 79%, dass dies nötig sei, um in China wettbewerbsfähig zu bleiben.
In China würden chinesische Unternehmen bevorzugt behandelt. 22% berichten, dass sie im Vergleich zu ihren lokalen Konkurrenten ungleich behandelt werden. Bei denjenigen, die an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen, begegneten mit 53% mehr als die Hälfte Hindernissen wie mangelnder Transparenz oder „Buy China“–Tendenzen. 32% berichteten von Rechtssicherheit als das größte regulatorische Hindernis. Daher fordert die AHK die chinesische Regierung dazu auf, gleiche Wettbewerbsbedingungen für in- und ausländische Unternehmen zu schaffen. Sie glaubt, dass sich das positiv auf den gesamten Markt auswirken würde. Ulf Reinhardt führt aus: „Die meisten chinesischen Unternehmen haben kaum Anlass, Wettbewerb zu fürchten. Gleiche Wettbewerbsbedingungen werden Produktivität und Innovation in allen Branchen steigern.“
Auffällig war im abgelaufenen Jahr, das viele Unternehmen versuchen, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. 44% haben Maßnahmen ergriffen um potenzielle Risiken im Zusammenhang mit ihrem Chinageschäft zu mindern. 83% begründen diesen Schritt mit geopolitischen Spannungen, 45% sehen die wirtschaftliche Entwicklung Chinas als wichtigen Faktor. Zu den Maßnahmen gehören der Aufbau von China–unabhängigen Lieferketten (45%), die Aufnahme zusätzlicher Geschäftsaktivitäten außerhalb Chinas (40%), aber auch die Lokalisierung von Forschungs– und Entwicklungsaktivitäten innerhalb Chinas (34%).