„Vor allem auf Grund des anziehenden Online-Geschäfts lag der Monat Oktober mit 1.8% im Plus. Online schaffte es dabei, auf eine Top-Vorlage von +20.1% mit +6.1% nochmals kräftig zuzulegen“, analysiert Bernd Lochschmidt, bei der GfK Experte für Fashion & Lifestyle, die Marktentwicklung. Aber auch das auf den ersten Blick sehr dezente Wachstum von 0.2% im stationären Geschäft sei angesichts eines hohen Vorjahreswerts von +10.3% im Oktober 2015 durchaus als Erfolg zu sehen. DOB, KOB, Schuhe, Accessoires und Haus- und Heimtextilien entwickelten sich laut Lochschmidt positiv, während die HAKA stagnierte und Strümpfe rückläufig waren. „Damit kann leider noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden, aber ein weiterer Katastrophenmonat blieb zumindest erspart. Eine wesentliche Ursache ist im endlich wieder adäquaten Wetter zu sehen.“ Für den Gesamtmarkt sei ein leichter Rückgang beim Absatz bei gestiegenen Preisen zu konstatieren.
Rabatte machen unglaubwürdig
Sehr bedenklich sind laut Bernd Lochschmidt die praktisch durchgehend anzutreffenden Sale-Aktionen – vor allem, aber längst nicht nur im Internet. „Langsam verkommen die regulären Preise zu sogenannten Mondpreisen, d.h. zu Preisen, die eh kein Mensch zu zahlen bereit ist. Dies führt nicht nur zu Kalkulationen, bei denen der reguläre Preis eine immer geringere Rolle spielt, dies führt auch in hohem Maße zu Unglaubwürdigkeit“, so der Experte der GfK. Es gebe Marken, von denen inzwischen mehr als die Hälfte der Ware reduziert verkauft werde. Zudem würden selbst zu Beginn einer Saison 10% Preisnachlass niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. „Es ist abzusehen, das demnächst auch bei 20% Pre-Sale-Rabatt keine nennenswerte Wirkung mehr erzielt werden wird. Und am Saisonende erzeugen 50% Abschlag keineswegs mehr einen ’Wow‘-Effekt. Dies alles kann nicht nur, sondern es wird ganz sicher zum völligen Flächenbrand führen. Und es ist sehr fragwürdig, ob nach einer Bereinigung des Marktes der Kunde wieder zu höheren Preisen hingeführt werden kann.“
Die zukunftsfähige Alternative
Dagegen seien neue begehrenswerte Produkte und die Eruierung von Zielgruppen sowie Geschäftsmodelle und Shopkonzepte, die auf eben diese Zielgruppen optimal abgestimmt sind und damit nicht zuletzt zum Kauf verführen, die wesentlich bessere und vor allem zukunftsfähige Alternative. „Und auch online, stationär oder Multi-Channel oder die richtige Intensität der Kundenbetreuung sind keine Frage, ob man mit den Wölfen heulen will oder muss, sondern schlicht, was der Kunde erwartet“, so Bernd Lochschmidt.