Die Nürnberger Marktforscher der GfK gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft ihren moderaten Aufschwung in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Auch die Anschaffungsneigung wird noch einmal zunehmen. Lediglich die Einkommenserwartung verliert Punkte, kann sich nach Angaben der GfK jedoch oberhalb der 50-Punkte-Marke behaupten.
Verbraucher vertrauen auf moderates Wirtschaftswachstum
Nach den spürbaren Zugewinnen im Vormonat legt die Konjunkturerwartung im Mai noch einmal zu. Mit einem Plus von 2 Punkten ist der Zuwachs jedoch eher moderat. Aktuell weist der Indikator 8,3 Zähler auf und lässt damit den negativen Bereich zunehmend hinter sich.
Mit dieser Entwicklung hat sich der Aufwärtstrend der Konjunkturerwartung verfestigt, heißt es von Seiten der GfK-Marktforscher. Die Konsumenten gehen davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft im weiteren Verlauf positiv entwickelt. Auch, wenn die Wachstumsraten vermutlich eher moderat bleiben.
Einkommenserwartung verliert Großteil der Vormonatsgewinne
Während die Konjunkturerwartung zulegt, musste die Einkommenserwartung in diesem Monat Einbußen hinnehmen. Der Indikator hat 5,7 Punkte verloren und weist 51,8 Zähler auf. Die Einkommenserwartung behauptet sich dennoch auf einem sehr guten Niveau oberhalb der 50-Punkte-Marke.
Anschaffungsneigung klettert auf 12-Monats-Hoch
Im Gegensatz zur Einkommenserwartung hat sich die Anschaffungsneigung verbessert. Mit einem Plus von 2,3 Punkten klettert der Indikator auf 57,7 Punkte und erreicht damit ein 12-Monats-Hoch. Zuletzt wurde im Mai 2015 mit 62,6 Zähler ein besserer Wert gemessen.
Die Kauflaune bleibt ungebrochen. Vermutlich profitiert der Indikator von der Diskussion um Negativzinsen, die durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank wieder aufflammt. Das heißt, Sparer würden für ihre Geldanlagen nicht wie üblich Zinsen erhalten, sondern müssten ihrer Bank Gebühren zahlen. Eine Reihe von Geldinstituten erheben diese Negativzinsen bereits für größere Geschäftsguthaben.
Daneben befeuern derzeit die exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes, spürbar steigende Realeinkommen sowie stabile Preise die Konsumlaune der Konsumenten.
Konsumklima setzt Aufwärtstrend fort
Für Juni 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 9,8 Punkte nach 9,7 Zählern im Mai. Das Konsumklima setzt damit seinen Aufwärtstrend – wenn auch abgeschwächt – fort.
Der private Konsum bleibt damit auch in den kommenden Monaten eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland. GfK bestätigt seine Prognose von Beginn dieses Jahres. Demnach steigen die realen privaten Konsumausgaben um etwa 2% in 2016. Im vergangenen Jahr waren es 1,9%.