Die GAT Retail GmbH, österreichische Tochter des Hamburger Schuhhändlers Görtz, hat Insolvenz angemeldet. Das Verfahren läuft beim Handelsgericht Wien. Wie der Gläubigerschutzverband AKV mitteilt, strebt das Unternehmen eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens an. GAT betreibt österreichweit sieben Filialen und beschäftigt knapp 60 Mitarbeitende. Die Gehälter seien laut AKV bis einschließlich Juli 2024 bezahlt worden. Gesellschafter ist das Unternehmen CK Technology Solutions, dessen Geschäftsführer Bolko Kissling ist – der Investor, der 2023 den Hamburger Schuhfilialisten übernommen hatte.
Die Passiva der GAT GmbH belaufen sich auf rund 2,3 Mio. Euro. Insgesamt sind laut AKV 108 Gläubiger betroffen. Der Sanierungsplan sieht eine Entschuldung über eine 20-prozentige Quote vor, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Plans. „GAT hat laut eigenen Angaben bereits ein Sanierungskonzept sowie Restrukturierungsmaßnahmen erarbeitet, um die Fortführung ohne Ausfall für die Gläubigerschaft zu gewährleisten“, so der AKV weiter.
Die Hamburger Ludwig Görtz GmbH mit ihren Tochterfirmen Görtz Retail GmbH und Görtz Logistik GmbH hatte bereits im Januar 2025 zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit Insolvenz angemeldet. Das erste Verfahren war erst im Juli 2023 abgeschlossen worden.
Trotz der erneuten finanziellen Schwierigkeiten will Görtz an seiner Präsenz im stationären Handel festhalten und setzt auf Sanierung statt Abwicklung.