Laut dem Hamburger Abendblatt hat die Unternehmerin und Moderatorin Verona Pooth vor dem Hamburger Landgericht eine Klage gegen Bolko Kissling, Inhaber des insolventen Filialisten Görtz gewonnen. Das Gericht habe Kisslings Firma Sneak Avenue demnach zur vollständigen Zahlung der Außenstände in Höhe von 420.000 Euro plus Zinsen und Kosten verurteilt. Sneak Avenue habe zudem die Gerichtskosten zu tragen. Eine Berufung innerhalb eines Monats sei möglich.
Görtz hat Pooth im Sommer 2024 als Testimonial für das neue Modelabel GLDN by Görtz gewonnen. Als Salär hatten sich Kissling und seine Firma Sneak Avenue und Pooth in einem Lizenzvertrag auf eine Summe von 800.000 Euro plus Umsatzbeteiligung für eine Laufzeit von zwei Jahren geeinigt. Dafür nahm sie an einem Shooting in München teil und stellte im November 2024 bei einem größeren Event Teile der Kollektion im Görtz-Flaggschiff in Hamburg vor.
Im Januar 2025 wurden für die drei Görtz-Gesellschaften Görtz Retail GmbH, Görtz Holding GmbH und Atlant Logistik GmbH Insolvenzanträge gestellt. Auch Verona Pooth erhielt dem Handelsblatt-Bericht zufolge nach einer ersten Zahlung von 150.000 Euro trotz zahlreicher Mahnungen kein Geld mehr. Außerdem soll Bolko Kissling auf die Nachrichten Pooths nicht mehr reagiert haben, obwohl Anfang des Jahres 2025 eine zweite Kollektion präsentiert werden sollte. Im November 2025 verklagte Pooth Kissling auf Zahlung des offenen Honorars. Kissling argumentierte, dass durch die Insolvenz des Schuhhändlers Görtz die Geschäftsgrundlage weggefallen sei. Dem Abendblatt hatte er Anfang Dezember gesagt: „Frau Pooth hat für Görtz nur das Opening Event und ein Fotoshooting gemacht, mit ein paar Posts auf ihrem Social-Media-Kanal. Ich meine, sie (…) hat eine sehr große Summe erhalten.“