Vergangenen Mittwoch, so Hermelink, sei ein Paradigmenwechsel im Unternehmen vollzogen worden. Mit der neu geschaffenen Görtz Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Berlin, die vom Rechtsanwalt und Mergers & Acquisitions-Experten Andreas Ziegenhagen geführt wird, sei nun die Möglichkeit eröffnet, Investoren zu suchen. “Wir haben jetzt Klarheit”, so Hermelink. Nun könnten sukzessive Gespräche mit interessierten Partnern geführt werden. “Allerdings: Wir stehen in diesem Prozess ganz am Anfang”, stellte der Geschäftsführer klar. Entsprechende Gespräche seien zur Zeit noch in der Vorbereitung – man sei in dem beginnenden Prozess für verschiedene Optionen offen. “Uns ist vollständig bewusst, dass wir jetzt flexibel und alle möglichen Optionen offen prüfend agieren müssen, um eine bestmögliche, Görtz in die Zukunft führende Lösung zu erzielen”, so Hermelink.
Im vergangenen Sommer hatte Görtz bereits umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt und die Zahl der Mitarbeiter in der Hamburger Zentrale um 30% gesenkt sowie 30 Filialen, überwiegend Görtz 17, geschlossen. Um langfristig am Markt erfolgreich agieren zu können, sei es nun erforderlich, finanziellen Spielraum zu erlangen, so Hermelink.
In der Ausgabe vom 15. Juni hatte das Hamburger Abendblatt erstmalig über die Suche nach Investoren berichtet. Die Zeitung zitierte dabei aus einem Rundschreiben an die Mitarbeiter. “Mit Zustimmung der Familie und unter aktiver Beteiligung der Geschäftsführung” seien die “notwendigen gesellschaftsrechtlichen Grundlagen geschaffen worden, um finanziell flexibel zu bleiben”, hieß es darin. Dazu zähle auch eine Görtz Beteiligungsgesellschaft, mit der sich das Unternehmen “potenziell für neue Gesellschafter und frisches Kapital von außen” öffne. Favorisiert werden dem Vernehmen nach Partner, die sich mit dem Schuhgeschäft in Deutschland auskennen, jedoch keine führende Rolle im Unternehmen anstreben.