Zeiten wie diese sind für das Unternehmen, das sich nie zu weit vom Markenkern entfernen will, ein Glücksfall. Die Styles, für die Gola steht, liegen gerade im Trend. Wo andere Unternehmen nachziehen müssen, kann Gola authentisch vermitteln, in diesem Bereich kompetent zu sein. Das sieht Zimmermann realistisch, zeigt dennoch Selbstbewusstsein: „Wenn Retro angesagt ist, ist auch Gola angesagt. Wenn es gerade kein Thema ist, spielt Gola im Markt eine kleinere Rolle. Das gehört dazu. Aber wer kontinuierlich seit 120 Jahren am Markt ist, die spanische Grippe, Corona, mehrere Wirtschaftskrisen und zwei Weltkriege überlebt hat, der hat offensichtlich was richtig gemacht.“ Das Unternehmen erlaubt sich eine gewisse Gelassenheit. Andersherum fühlt sich Gola seinen Mitarbeitenden verpflichtet, was sich in einem Generationsversprechen widerspiegelt: Alle Kinder von Mitarbeitenden können eine Anstellung bei Gola bekommen, wenn sie denn wollen.
Doch wie reagiert das Unternehmen, wenn es mal nicht vom Trend beflügelt wird? Lange Zeit sei kaum reagiert worden, mittlerweile zeigt man sich innerhalb des klaren Markenkerns etwas flexibler. Schon jetzt wird als angezogene Alternative der Hallenschuh Hawk im Ton-in-Ton angeboten. Die Order im H/W 24 lief gut, auf Basis der Abverkäufe sollen die Varianten weiterentwickelt werden, um der veränderten Nachfrage zu entsprechen, wenn kontrastreiche Retro-Schuhe nicht mehr so gefragt sind. Damit sollen Talsohlen in Zukunft besser abgefedert sein, da es leichter und auch günstiger ist, Märkte zu bedienen, die konstant laufen, anstatt die Popularität immer wieder aufs Neue anzukurbeln.