„Auch ich habe in den letzten Jahren und Monaten von den Risiken und Bedrohungen der Zukunft geredet. Jetzt ist es an der Zeit, mehr über die Lösungen, als über die Probleme zu reden“, erklärte Günter Althaus. „Fakt ist: Keiner von Ihnen kann die Herausforderungen der Digitalisierung allein meistern. Fakt ist auch, dass die im Markt vorhandenen Plattformen, wie z.B. Amazon, wirtschaftliche Eigeninteressen haben, die zum Teil sogar auf Ihre Vernichtung abzielen“, so der Vorstandsvorsitzende der ANWR weiter. Das einzige, was den mittelständischen Einzelhandel in den nächsten Jahren retten könne, sei verstärkte Kooperation. Dabei gehe es um „intelligentes Networking und die Befolgung des Mantras der digitalisierten Welt: share data, übersetzt, teile deine Daten und Informationen und arbeite zusammen.“ An dieser Stelle beginne die Zukunft der Verbundgruppe. Die Schwerpunkte der weiteren Entwicklung liegen laut Althaus in einer veränderten Zusammenarbeit zwischen Industrie und Verbundgruppe und auch zwischen den Mitgliedern und ihrer Verbundgruppe.
„Die ANWR muss schneller werden”
„Die Aufgabe der Verbundgruppe in der Zukunft liegt nicht darin, in Richtung Industrie zu bellen, wo sie doch sowieso nicht beißen kann, weil sie keine von den Mitgliedern legitimierte Einkaufsmacht hat. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, intelligente Ansätze zur Optimierung von Konditionen, Prozessen und Vertriebserfolgen im Markt gemeinsam zu entwickeln“, sagte Günter Althaus in Rotterdam. Und zudem müsse die ANWR angesichts der Marktdynamik noch schneller werden. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Strukturen entstanden, die eher Zeit kosten als Marktvorteile bringen. Daher stehe die ANWR vor einem umfangreichen Fitness-Programm. Die Gruppe müsse schlanker und beweglicher werden, und sie werde sich zielgerichtet von Aufgaben und Funktionen trennen, die langfristig keinen Nutzen für die Mitglieder bringen. Günter Althaus: „Dafür entstehen neue Aufgaben und Angebote, die es in der Vergangenheit nicht gab. Eines dieser Angebote wird eine Datenplattform sein, die Ihnen den Anschluss an das unverzichtbare Datenmanagement der Zukunft bringt. Die ANWR wird zu einem genossenschaftlichen Datennetzwerk, das für Sie Daten sammelt, analysiert und aufbereitet und anschließend wichtige Informationen für Ihre Einkaufs-, Verkaufs-, und Kundenbindungsprozesse liefert.“
„Es gibt viel gemeinsam zu tun“
Darüber hinaus kündigte der Vorstandsvorsitze der ANWR in Rotterdam an, auf dem Zukunftsforum der Verbundgruppe Ende November in Mainhausen einen Lösungsansatz für ein branchenweites Reklamationsmanagement in der Zusammenarbeit mit der Industrie, die konkrete Umsetzung von Belieferungsmodulen wie beispielsweise für Taschen und Accessoires und, sofern sich ein ausreichender Bedarf konkretisiere, für Standard Schuh- und Textilmodule vorzustellen. „Es gibt in den nächsten Jahren viel zu tun. Und vor allem gibt es viel gemeinsam zu tun“, so Günter Althaus.