Viele Unternehmen planen oder wünschen sich größere Investitionen und sehen auch einen erheblichen Bedarf an solchen. Leider macht ihnen die aktuelle Krise einen Strich durch die Rechnung; viele Betriebe sehen sich nicht in der Lage, den Investitionsbedarf finanziell zu decken. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland hervor, für die über 900 Händlerinnen und Händler gefragt wurden. „Der Konsum war über viele Jahre hinweg ein stabilisierender Faktor für die gesamte Volkswirtschaft“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen. „Die Pandemie aber ging bei vielen Handelsunternehmen an die Substanz, es sind keine finanziellen Reserven mehr übrig. Und jetzt kommen noch die hohe Inflation und in der Folge eine schlechte Verbraucherstimmung oben drauf. Das bringt viele Händlerinnen und Händler in eine extrem schwierige Lage.“
Wo Händler Investitionsbedarf sehen
Demnach gab rund ein Drittel der Handelsunternehmen an, in diesem Jahr keine Investitionen zu planen. 42% der Befragten gaben an, weniger zu investieren als im Vorkrisenjahr 2019. Das beliebteste Thema ist dabei vor allem die Digitalisierung. Hier sehen ca. 38% Investitionsbedarf. Im Fokus stehen dabei vor allem Social-Media-Aktivität (42%), digitales Marketing (39%) und Maßnahmen auf der Fläche (39%) und Warenwirtschafssysteme (35%). Ungefähr die Hälfte der Befragten plane auch Investitionen zur Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeitenden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz: rund 38% planen deshalb in eine energiesparende Beleuchtung zu investieren, 22% fokussieren sich auf Photovoltaik und 15% auf Elektromobilität.
Von Preen sieht Verantwortung bei Politik
„Die Branche weiß um ihren Investitionsbedarf“, kommentiert der HDE-Präsident von Preen. Die bisherigen Maßnahmen der Politik würden den Krisen jedoch nicht gerecht. „Deshalb ist es nun zwingend Aufgabe der Politik, die Unternehmen zu unterstützen. Ansonsten beschleunigt sich die Verödung unserer Innenstädte immer weiter“, so von Preen. Neben politische Unterstützung für die Wirtschaft sowie das Wachstumschancengesetz, das die Investitionen in Sachen Digitalisierung förderfähig gestalten soll, setzt sich der HDE auch für eine Absenkung der Stromsteuer ein. Auch weniger Regulierungen, beispielsweise in Sachen Sonntagsöffnung oder Einschränkung des Geschäftsbetriebs durch Lärmschutzvorgaben werden gefordert. Von Preen: „Neben gut ausgestatteten Förderprogrammen brauchen die Handelsunternehmen aber auch Freiräume für unternehmerische, kreative Ideen. Wir brauchen weniger Bürokratie und nicht immer neue, bis ins letzte Detail geregelte gesetzliche Vorgaben“