Als Ausgangslage verweist die BBE darauf, dass seit den 2000er Jahren in Deutschland rund 150.000 Einzelhandelsbetriebe vom Markt verschwunden seien, während die Umsätze im stationären Handel moderat wachsen. Zudem nennt die Beratung eine Prognose des IFH Köln: Für 2025 werden Netto-Einzelhandelsumsätze von 679 Mrd. Euro erwartet, für 2028 700 Mrd. Euro.
Nach Darstellung der BBE greift die verbreitete Kennzahl „Umsatz pro Quadratmeter“ als alleinige Steuerungsgröße zu kurz, weil sie vor allem vergangenheitsbezogen ist und Ursachen sowie konkrete Hebel nicht abbildet. Das neue, wissenschaftlich fundierte Kausalmodell soll transparenter machen, welche Flächenmerkmale auf messbare Größen wie Conversion Rate, Verweildauer, Net Promoter Score oder Wiederkaufsrate einzahlen.
Das Modell ordnet stationäre Flächen entlang drei Erlebnisdimensionen: emotionale Bindung (z. B. Atmosphäre, Design, Mitarbeiterauftritt), praktische Funktionalität (z. B. Service, Beratung, Omnichannel-Integration) sowie Inspiration und Interaktion (z. B. Events, Mitmachflächen, Community-Angebote). Daraus leitet die BBE sieben mögliche Rollen der Fläche ab, darunter Transaktionsort, Showroom, Service-Hub, Community-Treffpunkt, Erlebnisraum, Lernort und Logistik-Knotenpunkt. Im Kern gehe es darum, je Standort zwei bis drei Rollen zu priorisieren und Investitionen darauf auszurichten.
Die Veröffentlichung erfolgt nach Darstellung der BBE in einer Phase, in der Handelsunternehmen ihre Flächenstrategien für 2026 überprüfen und anpassen. Als Treiber nennt die Beratung unter anderem steigende Mietkosten, veränderte Kundenerwartungen sowie den wachsenden Druck zur Omnichannel-Integration. „Das können sich heute die wenigsten noch leisten: blind in Ladenbau investieren und hoffen, dass es wirkt. Unser Modell liefert die Wirkungslogik – vom Investment zur messbaren Kennzahl”, sagt Dr. Johannes Berentzen, geschäftsführender Gesellschafter der BBE Handelsberatung.