Demnach handelt es sich bei dem neuen Maß von 55 mal 35 mal 20 Zentimetern um eine Richtschnur, nicht um eine verbindliche Maximalgröße für Handgepäck. Cabin OK ersetzt nicht die Regelungen der einzelnen Airlines.
Die IATA versteht die Maße als “Optimalgröße”. Wenn alle Handgepäck-Stücke diese Größe hätten, könnte theoretisch jeder Reisende sein Handgepäck mit an Bord eines Flugzeugs mit 120 oder mehr Plätzen nehmen.
Gepäckstücke mit den neuen Maßen können mit dem “Cabin OK”-Logo versehen werden, das vom Schweizer Dienstleister Okuban mit Sitz in Genf vergeben wird. Damit will die IATA Passagieren mehr Sicherheit geben, dass diese ihr Handgepäck mit an Bord nehmen können. Cabin OK verpflichtet Reisende jedoch nicht, neues Handgepäck zu kaufen. “Passagiere mit Handgepäck ohne ,Cabin OK’-Logo müssen sich keine Sorgen machen”, führt Thomas Windmüller, Senior Vice President der IATA, aus: “Wenn das Handgepäck-Stück in der Vergangenheit akzeptiert wurde, wird es auch heute akzeptiert, aber mit der gleichen Unsicherheit wie bisher, dass es bei einem vollen Flug eventuell aufgegeben werden muss.”
Der BLE forderte in einer Pressemitteilung alle Fluggesellschaften auf, zeitnah die Öffentlichkeit darüber zu informieren, ob bzw. ab wann sie entsprechende Anpassungen ihrer Handgepäckregelungen vornehmen. Auf Nachfrage von LR erklärte ein Lufthansa-Sprecher: “Wir planen derzeit keine Anpassung unserer Regelungen.” Das bisherige Maß für Handgepäck (55 x 40 x 23 cm) gelte auch weiterhin für die Verbund-Airlines Germanwings, Eurowings, Austrian und Swiss. Bei Air Berlin ist dagegen noch keine Entscheidung gefallen. “Wir prüfen erst noch”, heißt es aus dem Unternehmen.