Die verlangten Entgeltsteigerungen seien in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für viele Unternehmen nicht tragbar, argumentiert der Verband: Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten monatlich 225 Euro mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. Außerdem soll die Ausbildungsvergütung um 150 Euro steigen. Der HDE verweist darauf, dass dies je nach Entgeltgruppe prozentual deutliche Anhebungen bedeuten würde: „Wenn man die heutige Forderung von Verdi im Einzelhandel im Saarland und in Rheinland-Pfalz deutschlandweit umsetzen müsste, würde das bei den Unternehmen rund 3,3 Mrd. Euro zusätzlicher Kosten auslösen. Das wäre für die Branche finanziell nicht mehr tragbar,“ so Haarke.
Der Verband begründet seine Kritik mit der angespannten Lage im Einzelhandel. Unternehmen stünden seit längerem unter Druck durch stagnierende Umsätze sowie steigende Kosten unter anderem für Energie, Wareneinkauf, Logistik und Personal. Hinzu kämen höhere Sozialversicherungsbeiträge und zusätzliche Belastungen durch Bürokratie und Regulierung.
HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke erklärte, die Forderungen gingen an der wirtschaftlichen Realität vieler Einzelhandelsunternehmen vorbei. Bereits der letzte Tarifabschluss habe den Beschäftigten im Zeitraum von 2023 bis 2025 deutliche Einkommenssteigerungen gebracht. Aus Sicht des Verbands bestehe daher aktuell kein entsprechender Nachholbedarf.
Zugleich warnt der HDE vor möglichen Folgen für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Würden die nun erhobenen Forderungen bundesweit umgesetzt, entstünden den Unternehmen nach Verbandsangaben zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe. Der HDE verweist in diesem Zusammenhang auch auf einen Rückgang sozialversicherungspflichtiger Stellen im Einzelhandel in den vergangenen Jahren.
Die Tarifrunde im Einzelhandel dürfte damit unter schwierigen Vorzeichen starten. Der HDE appelliert an die Gewerkschaft, bei den weiteren Verhandlungen die wirtschaftliche Situation der Branche zu berücksichtigen.