„Wie bei vorhergehenden Untersuchungen legt Öko-Test auch in diesem Fall eigene Bewertungskriterien zugrunde. Die Grenzwerte dieser Bewertungskriterien scheinen häufig willkürlich entstanden zu sein. Immer wieder ändert Öko-Test unangekündigt und ohne Übergangsfristen Prüfparameter und Grenzwerte. Es ist nicht auszuschließen, dass bei einer weiteren Testrunde neue Parameter hinzukommen und Grenzwerte verschärft werden. Öko-Test nimmt dabei in Kauf, dass auch Produkte, die alle gesetzlichen Vorgaben einhalten oder sogar weit unterschreiten, negativ bewertet werden“, kritisiert HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert die Vorgehensweise des Magazins.
Die Beurteilung der Öko-Test Grenzwerte im Hinblick auf ihre toxikologische und ökologische Relevanz falle schwer. „Wir bedauern es sehr, dass der Verlag immer wieder für sich in Anspruch nimmt, eigene Grenzwerte bei seinen Tests festzulegen. Die gesetzlichen Vorgaben spielen da nur eine untergeordnete Rolle. Damit wird es natürlich für den Laien sehr schwer, solche Testergebnisse zu beurteilen.“
Der HDS/L zum Test von Taschen aus nichtledernen Materialien
Öko-Test benutze, so der Verband, in seiner Berichterstattung das Kunstwort ’Kunstleder‘, das im wissenschaftlichen Sinne gar nicht existiere. Bis auf drei Artikel wurden alle insgesamt 15 getesteten Taschen mit mangelhaft oder ungenügend bewertet. Vor allem die laut Öko-Test deutlich erhöhten Mengen an PAK und zinnorganischen Verbindungen wurden kritisiert. Dazu Manfred Junkert: „Für ein Land, das weltweit zu denen mit den strengsten gesetzlichen Vorgaben gehört, ist das schon ein erstaunliches Ergebnis. Üblicherweise werden Grenzwerte von unabhängigen Expertengremien diskutiert, begründet und verabschiedet. Bei Öko-Test vermissen wir diese Transparenz. Dadurch ist es für Industrie und Handel unmöglich, sich mit den Befunden auseinanderzusetzen und eventuell vorhandene Verbesserungspotenziale auszuloten. Und die Verbraucher werden verunsichert.“
Der HDS/L zum Test von Kinderhausschuhen
Unter den 14 getesteten Kinderhausschuhen sind auch Modelle der WMS-Lizenznehmer Elefanten und Superfit. „Wir können das schlechte Abschneiden dieser Hausschuhe nicht nachvollziehen“, sagt Manfred Junkert. Alle WMS-Lizenznehmer hätten sich verpflichtet, weit über die gesetzlich geregelten Parameter hinaus freiwillig auf kritische Substanzen zu verzichten. Die Grenzwerte für kritische Substanzen in WMS-Schuhen richteten sich nach den aktuell gültigen SG-Kriterien für Schuhe bzw. nach Ökotex Standard 100 für textile Materialien. „Auch diese Kriterien sind strenger als die Kriterien der EU-Umweltblume und des Blauen Engels für Schuhe. Diese Zeichen gewährleisten, dass nach dem heutigen Erkenntnisstand keine Gefahren für die Gesundheit zu befürchten sind“, so der Verband. Der SG-Prüfkriterienkatalog für Schuhe sei von Experten der beteiligten Institute (TÜV, Fresenius, PFI) auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt worden. „Wir stellen einmal mehr mit Bedauern fest, dass sich die Grundlagen der Prüfungsmethoden von Öko-Test nicht nachvollziehen lassen“, so Manfred Junkert. Man vermisse auch hier jegliche Transparenz. „Es ist für uns daher sehr schwierig, mit diesen Ergebnissen umzugehen. Das gilt nicht zuletzt für die Verbraucher: Eine solche Berichterstattung verunsichert die Eltern ohne Grund.“