In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres hat der HDS/L nach Angaben von Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert ein Umsatzplus in Höhe von 9% erreicht. Einem Zuwachs von 13% im Inland stand dabei ein Minus in Höhe von -2,8% im Ausland gegenüber. Junkert: „Das Jahr hat sich bis zum September gut entwickelt. Wir erwarten, dass am Ende auf jeden Fall ein Plus erreicht wird.“
Neben der ernsten Krise auf dem russischen Markt, die die Branche derzeit beschäftigt, tun sich laut Junkert auch andere Märkte in Süd- und Osteuropa schwer. Andererseits entwickelten sich Großbritannien und die USA positiv.
Die Umsatzsteigerung sei, so Ralph Rieker, auch auf die gestiegenen Durchschnittspreise zurückzuführen – was wiederum eine Folge der Modellauswahl ist: Ein höherer Anteil an Langschaftstiefeln zieht höhere Preise nach sich. Rieker empfahl der Branche, sich verstärkt mit der Saisontaktung auseinanderzusetzen. Zudem sei es wichtig, „differenziert zu reduzieren“. Die Industrie müsse durchaus die Frage stellen, ob die Aufschläge für den Handel Berechtigung haben, wenn dieser pauschal und früh in der Verkaufssaison seine Ware reduziere. Für die Order solle sich der Handel am Schnitt der letzten fünf Jahre orientieren.
Rieker: „Allein die Abverkaufszahlen der letzten Saison sind kein probates Mittel für die Planung der nächsten.“
Tarifstreit: Lösung ist greifbar
Nach zwei Gesprächsrunden mit der IG BCE, die ohne Ergebnis endeten, sieht der HDS/L nun Zeichen einer Annäherung. Die Verhandlungen seien deutlich schärfer verlaufen als üblich, erklärte Junkert. Im November gab es einen Warnstreik bei Lloyd – „nach 50 Jahren erfolgreicher Tarifpolitik“, so der HDS/L-Vorsitzende Ralph Rieker. Die Gewerkschaft hatte im Zuge der Verhandlungen mit einem Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag gedroht. Nun aber sei, so Junkert, wieder „Bewegung“ in die Verhandlungen gekommen.
Taumelndes Russland bereitet Sorgen
Aufmerksam werden seitens des HDS/L die Entwicklungen auf dem russischen Markt verfolgt. Etliche auch größere Kunden der deutschen Schuhindustrie seien nicht in der Lage, zu kaufen, so Rieker. Die Situation habe sich seit dem gestrigen Tage nochmals deutlich verschärft. Allerdings will der Verband weiter geschlossen in Russland auftreten, u.a. mit einem Gemeinschaftsstand auf der Mosshoes (19. bis 22. Januar 2015). Junkert: „Wir sehen diesen Markt trotz der aktuellen Krise als wichtig an.“
Weitere Informationen zu Aktivitäten des HDS/L lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 1/2015.