So verzeichnet der Hauptverband in den ersten sechs Monaten des Jahres auch ein Plus bei den Ausfuhren. Wertmäßig legte der Export um 8,9% auf 3,4 Mrd. Euro zu. Die Zahl der exportierten Schuhe stieg um 6,6% auf 157 Mio.
Hingegen sank der Wert der nach Deutschland eingeführten Schuhe leicht um 0,4% auf 4,98 Mrd. Euro. Die Menge der importierten Schuhe stieg indes um 2,8% auf 377 Mio. Paar.
Der HDS/L-Vorsitzende Carl-August Seibel erwartet, dass die schwierige Lage im stationären Fachhandel sich auch auf die Schuhhersteller auswirken wird; gleichwohl gehe er, so Seibel, für das zweite Halbjahr von einem Pari oder einer Umsatzsteigerung aus. Dies gründe sich auf den positiven Zahlen des ersten Halbjahrs, aber auch auf einem guten Konjunkturklima und einer hohen Beschäftigungsquote. „Ich sehe das zweite Halbjahr durchaus positiv“, so Seibel während der traditionellen HDS/L-Pressekonferenz anlässlich der Gallery Shoes. „Für 2019 lassen wir uns überraschen.“
Forderung an die Politik: „Mehr Weichenstellung“
Konkrete Forderungen stellte der Verbandsvorsitzende an die Politik. In den Bereichen Wirtschafts-, Industrie- und Strukturpolitik erwarte man konkrete „Weichenstellungen“, etwa bei dem Breitband-Ausbau, bei den Energiekosten, bei der Steuerbelastung des Einzelhandels, aber auch mit Blick auf die drohende Verödung der Innenstädte. Auch bei den Themen Digitalisierung und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit sieht Seibel die Politik in der Pflicht.
Nach Angaben von HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert stieg der Inlandsumsatz der deutschen Schuhindustrie im ersten Halbjahr 2018 um 5,9% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber sei das Sneaker- und Sportschuhsegment gewesen. Zugleich haben, so Junkert, die Auslandsmärkte an Dynamik verloren. Der Auslandsumsatz verringerte sich in den ersten sechs Monaten von 307 auf 285 Mio. Euro (-7,1%). Die Umsätze der deutschen Schuhhersteller gingen i ersten Halbjahr um 10,5% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Während der Auslandsumsatz in der Eurozone im ersten Halbjahr 2017 bei 208 Mio. Euro lag, sank der Verkaufserlös nach Angaben Junkerts im ersten Halbjahr 2018 auf 186 Mio. Euro. Der Umsatz der deutschen Schuhhersteller mit 50 oder mehr Beschäftigten mit dem sonstigen Ausland betrug ebenso wie im Vorjahreszeitraum 99 Mio. Euro.
Weiter auf Wachstumskurs befindet sich die Beschäftigung in der deutschen Schuhindustrie. Während der ersten sechs Monate 2018 waren im Monatsdurchschnitt 15.277 Mitarbeiter in den Unternehmen beschäftigt. Dies entspricht einem Plus von 5,7% im Vergleich zum Vorjahr. Der Fachkräftemangel ist nach Überzeugung Junkerts ein ernstes Problem für die Branche.
Aktuell werden in Deutschland laut Statistik 37 Betriebe der deutschen Schuhindustrie geführt. Erfasst sind dabei Unternehmen, die mehr als 50 Beschäftige in Deutschland haben. 39,5 Mio. Paar Schuhe werden in Deutschland produziert; dies entspricht einem Wert von fast 1 Mrd. Euro.
Weitere Details zu den Zahlen des HDS/L lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.