Wenn im kommenden Sommer der Umzug des HDS/L von Offenbach nach Berlin ansteht, versprechen sich die Beteiligten mehr Schlagkraft und eine intensivere Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. So würden sich im Bereich Vertrieb, bei Zollfragen sowie Umwelt- und Kennzeichnungsthemen Anknüpfungspunkte ergeben, ist HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert überzeugt. Man arbeite schon seit längerem auf kollegialer Ebene zusammen. Wichtig sei zu betonen, dass beide Verbände voneinander profitieren können, so Junkert. Während der HDS/L in den letzten Jahren in Kooperation mit dem Sportartikelverband Fesi sehr erfolgreich in Brüssel agiert hatte, sei der Gesamtverband Mode & Textil besser in Berlin vernetzt und habe Zugang zu den Ministerien. „Das wollen wir nutzen“, so Junkert.
„Beträchtliches Aufgabenfeld“ für beide Verbände
Konkret wollen sich die beiden Verbände mit drei wesentlichen Problemfeldern befassen. Es gebe, so der HDS/L-Vorsitzende Ralph Rieker, „ein beträchtliches Aufgabenfeld“. Nachdem der HDS/L in den vergangenen Jahren die Neustrukturierung seiner Organisation vollzogen hat, stehen diese Schritte für den Textilverband an. Dabei will der HDS/L seine Erfahrungen einbringen. Außerdem wollen beide Verbände der zunehmenden Verschmelzung von Textilien und Schuhmode im Handel Rechnung tragen. „Wir haben zu lange angenommen, beide Themen hätten nichts miteinander zu tun“, erläutert Ralph Rieker. Offenkundig sei aber, dass beide Branchen die gleichen Jahresrhythmen haben. Feststellbar sei auch, dass der Textilhandel verstärkt in Schuhe investiert, während viele Schuhhändler sich mit der Marktsituation schwer tun. Möglicherweise, so Rieker, habe der „Textilhandel dem Schuhfachhandel mehr Schuhanteil weggenommen als Zalando.“
Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben sich auch auf Messen, sind Rieker und Junkert überzeugt. Zunehmend signalisierten Modehändler, künftig auch die GDS besuchen zu wollen. Die Entwicklungen im Messebereich – die nun frühere GDS, der Wegfall der Bread & Butter, eine Stärkung der Panorama – wollen beide Verbände beobachten.
Büro in Offenbach bleibt bestehen
Der Umzug nach Berlin soll jedoch nur ein Teilumzug sein: Die Bereiche DSI, WMS, Modeurop und WMS werden weiterhin von Offenbach aus betreit. Für Modeurop zeichnet auch in Zukunft die Fashion Expertin Marga Indra-Heide verantwortlich; das Thema CADS betreut Barbara Braun. Für das WMS-System bleiben Clemens Bolmus und Annette von Czarnowski Ansprechpartner in Offenbach.