Während der Messe Shoes Düsseldorf hat der HDSL die Zahlen des abgelaufenen Jahres für die deutsche Schuhindustrie kommuniziert. Die Rezession habe 2023 die deutsche Wirtschaft und auch die deutsche Schuhindustrie belastet. Die Zahlen würden zeigen, dass die Schuhhersteller vor einem herausfordernden Jahr 2024 stünden. „Unsere schon vorsichtigen Prognosen drohen verfehlt zu werden, da die Inflation die Konsumbereitschaft schwächt“, sagte Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDSL). Es brauche klare Signale seitens der Politik, damit die Stimmung nicht endgültig und auf breiter Front kippe. Die Politik müsse Gesetze auf den Weg bringen, um die Kräfte der Wirtschaft freisetzen und wirken zu lassen, vor allem in Hinblick auf die kleinen und mittleren Unternehmen, fordert der HDSL auf der Pressekonferenz.
Die deutsche Schuhindustrie hat 2023 zwar ein nominelles Plus von 1,84% verzeichnet – der Gesamtumsatz stieg von 2,17 Mrd. Euro auf 2,21 Mrd. Euro – doch dieses genüge nicht, um die gestiegenen Kosten aufzufangen. Im Inland wurden 1,64 Mrd. Euro 2023 umgesetzt, 2022 waren es 1,61 Mrd. Euro – ein Plus von 1,86%. Der Auslandsumsatz ist um 1,79% auf 568 Mio. Euro gestiegen und wurde zu 60% in der Eurozone erzielt. Innerhalb des Währungsgebietes ist der Umsatz außerhalb Deutschlands um 2,65% von 340 Mio. Euro auf 349 Mio. Euro gestiegen.
Die Zahl der Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten blieb mit 33 Betrieben stabil. Die Mitarbeitendenzahl bei diesen Betrieben stieg von 8.200 auf 9.000 Personen, insgesamt arbeiteten 2023 rund 15.500 Menschen in der deutschen Schuhindustrie. Die Löhne sind leicht gestiegen: Die durchschnittliche Bruttolohn- und Gehaltssumme ging von 23.800 Euro hoch auf 25.700 Euro im Jahr. Auch die Zahl an geleisteten Arbeitsstunden ist leicht gestiegen.
Beim Gesamtwert der exportierten Schuhe wurde 2023 die 10-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Es gab ein Plus von 4,17% im Vergleich zu 2022, wo Schuhe im Wert von 9,6 Mrd. Euro ausgeführt wurden. 2021 lag der Wert bei 8 Mrd. Euro. Die wichtigsten Handelspartner sind Frankreich und Polen. Der Ausfuhrwert der Schuhe, die nach Polen exportiert wurden, lag bei 1,5 Mrd. Euro, 15,38% mehr als 2022. Die Schuhe, die nach Frankreich ausgeführt wurden, sind mit 944 Mio. Euro 5,6% weniger wert als 2022. Importiert wurden Schuhe im Wert von 11,7 Mrd. Euro, was einem Minus von 15,2% zum Vorjahr entspricht. Letztes Jahr lag der Einfuhrwert bei 13,8 Mrd. Euro. Aus Italien wurden Schuhe im Wert von 1,07 Mrd. Euro eingeführt (8,55% weniger als im Vorjahr), aus China Schuhe im Wert von 2,8 Mrd. Euro (26,3% weniger als im Vorjahr). Vor allem im letzten Jahresdrittel seien die Beschaffungsmärkte regelrecht eingebrochen.
Als größte Risiken wurden das steigende unternehmerische Risiko bei gleichzeitig steigenden Preisen in Herstellerländern und der Zunahme bürokratischer Pflichten aus Brüssel und Berlin genannt. Das führe dazu, dass sich die Industrie mit Investitionen auf breiter Front zurückhalte. Die Erzeugerpreise sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, der Anstieg verlangsamte sich aber. Für das Gesamtjahr stieg der Erzeugerpreisindex von 120,5 auf 124,2. Das ist ein Plus von 3,7%. 2022 lag das Plus bei 6,1%. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,1%, die gesamte Inflation lag bei 3,7%.