Die Europäische Kommission hat die Luxusgüterunternehmen Gucci, Chloé und Loewe mit Geldstrafen in Höhe von insgesamt 157 Mio. Euro belegt. Die Kering-Tochter Gucci muss demnach 119,674 Mio. Euro zahlen, Chloé 19,69 Mio. Euro und Loewe 18,009 Mio. Euro.
Mit Untersuchungen, die 2015 begannen, konnte die Kommission belegen, dass die drei Unternehmen dem Handel online wie stationär unerlaubte Preisvorgaben gemacht haben. Händler mussten sich verpflichten, nicht von empfohlenen Einzelhandelspreisen abzuweichen, Höchstrabatte bestimmte Verkaufszeiträume einzuhalten. Damit wurde sichergestellt, dass der Handel die Produkte zum selben Preis verkauft wie die Hersteller in den D2C-Kanälen. Neben der Geldstrafe belegte die Kommission Gucci mit einem Online-Verkaufsverbot für eine bestimmte Produktlinie.
Die drei Unternehmen hätten ähnliche Strategien zu einer ähnlichen Zeit angewendet, handelten jedoch unabhängig voneinander, heißt es in der Erklärung der Kommission. Diese Entscheidung sei ein „starkes Signal“ gegen preisbindende Praktiken in der Branche. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte: „Heute haben wir drei europäische Modehäuser wegen Verstoßes gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften mit einer Geldbuße belegt, da sie die Preise ihrer unabhängigen Einzelhändler beeinflusst haben. In Europa haben alle Verbraucher, unabhängig davon, was sie kaufen und wo sie es kaufen, online oder offline, Anspruch auf die Vorteile eines echten Preiswettbewerbs. Diese Entscheidung sendet ein starkes Signal an die Modebranche und darüber hinaus, dass wir solche Praktiken in Europa nicht tolerieren und dass fairer Wettbewerb und Verbraucherschutz für alle gleichermaßen gelten.“