Der BLE schätzt, dass der Fachhandel per Ende August sein Umsatzniveau aus 2012 gehalten habe. Ein gutes Ergebnis, so Augustin. Allerdings wiesen die Geschäfte eine unterschiedliche Entwicklung auf. Zweistelligen Minuswerten stehen zweistellige Pluswerte gegenüber.
Durch den langen Winter sei die Einkaufslust im Frühjahr erst spät geweckt worden. Das Taschengeschäft sei allerdings auch danach zäh geblieben. Augustin führt dies auf den zunehmenden Wettbewerb in diesem Segment zurück. Neben dem Online-Handel hätten Modehäuser die Tasche als Sortimentsergänzung entdeckt.
Die Lederwarenbranche ist nicht unattraktiv, hob Augustin hervor. Laut Umsatzsteuerstatistik seien die Umsätze des Fachhandels zwischen dem Jahr 2000 und 2011 um rund 20 Prozent gewachsen – im Gegensatz übrigens zur Mode.
Diese positive Entwicklung spiegeln auch die Zahlen der deutschen Lederwarenindustrie wider. Ihre Gesamtumsätze sind im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,8 Prozent auf 253,2 Mio. Euro gewachsen, berichtete Manfred Junkert. Getragen wird das Plus durch den starken Inlandsmarkt (+21 Prozent). Denn die Auslandsumsätze gingen um den gleichen Prozentsatz zurück. Damit beträgt der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz der deutschen Lederwarenindustrie 24,3 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatten die deutschen Unternehmen noch ein Drittel ihres Umsatzes mit dem Ausland erzielt.
Die Importe von Lederwaren lagen im ersten Halbjahr 2013 bei 1,2 Mrd. Euro (+7 Prozent). Dabei betrug der Anteil aus Asien rund 65 Prozent. China bleibt unangefochten das wichtigste Lieferland (48,4 Prozent des deutschen Gesamtimports).
Nach einer Umfrage des HDS-L unter seinen Mitgliedsunternehmen rechnet die Industrie mit einer weiter guten Umsatzentwicklung in der zweiten Jahreshälfte, so Junkert weiter. “Für das Gesamtjahr gehen wir davon aus, dass der Umsatz deutlich im Plus liegen wird.”
Abschließend sprach sich der HDS-L-Geschäftsführer noch einmal deutlich gegen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Lederwarenimporte in die EU aus. Für Produktqualität sowie Umwelt- und Sozialstandards stehe der Hersteller mit seinem Namen. “Die Angabe des Herkunftslandes sagt darüber nichts aus.” Vielmehr bestehe die Gefahr, dass manche Länder pauschal diskriminiert würden. Augustin ergänzte, dass BLE und HDS-L in dieser Frage ausdrücklich einer Meinung seien.