Keine Nische mehr
Heute, dreieinhalb Jahre nach dem Zoske den Online-Shop startete, kann sich kaum ein Kinderschuhhersteller mehr leisten, das Thema Barfußschuhe, nicht zu bespielen und zehn Gehminuten vom SOC Breitscheid entfernt, kann sich Martina Zoske regelmäßig die neusten Barfußschuhmodelle und Weiterentwicklungen der konventionellen Schuhhersteller ansehen, die den Markt für sich entdeckt haben. Zu ihrem Sortiment zählen mittlerweile auch Froddo, Lurchi und Superfit. Durch die gewachsene Auswahl könne sie den Kindern und den Eltern nun modisch einiges bieten. „Vor drei Jahren gab es teilweise nur ein Modell in fünf Farben“, erinnert sich Martina Zoske. Einen höheren Bedarf gebe es jedoch noch bei den angebotenen Größen: „Vor allem Sechs- bis Siebenjährige haben oft schon sehr große Füße und es ist schwierig, kindgerechte Modelle für sie zu finden.“
Mit der wachsenden Popularität wird das Thema auch immer stärker kontrovers diskutiert. Während viele auf den natürlichen Gang schwören, geben einige auch zu bedenken, dass die meisten Menschen heute auf anderen Untergründen laufen als früher. „Der Boden in der Savanne ist auch nicht viel weicher als Asphalt“, merkt Zoske an. Gerade Erwachsene müssten sich mit Barfußschuhen erst einmal einen anderen Gang angewöhnen als sie ihn mit konventionellen Schuhen gelernt haben und dazu mit dem Fuß weiter vorne auftreten. Bei ihnen haben sich die Sehnen schon so zurückentwickelt, dass die Barfußschuhe schaden würden, wenn sie zu schnell und zu lange versuchen, darin zu laufen. „Wir raten dazu, erst einmal langsam mit dem Tragen zu beginnen, etwa 20 Minuten am Tag. Der Körper, bzw. die Sehnen und das Knochengerüst, müssen erst einmal langsam in ihren natürlichen Zustand zurückfinden“, rät die Händlerin, die sich autodidaktisch in das Thema eingearbeitet hat und immer auf der Suche nach neuen Studien und Erkenntnissen zum Thema Fußgesundheit ist. Sie schickt die Kundinnen und Kunden im Zweifelsfall auch zum Arzt, bevor sie falsche Schuhe verkauft. Sie zeigt, dass sie das Thema nicht aufgrund der Nachfrage bedient, sondern weil sie Menschen mit Fußproblemen eine Alternative aufzeigen möchte. So wie sie selbst angesichts ihrer Fußprobleme mit dem Tragen von Barfußschuhen eine Lösung gefunden hat.