Lange Zeit kannten die Einzelhandelsmieten nur eine Richtung – nach oben. Seit 2016 erhöht sich nach Angaben von Comfort der Druck. Entscheidende Gründe dafür seien immer häufiger ein Überbesatz an Fläche (Verkaufsflächenausstattung von 1,44 qm pro Einwohner), eine steigende Bedeutung des Onlinehandels sowie eine ausgeprägte Expansionszurückhaltung. „Wir bewegen uns klar in einem Mietermarkt, auf dem Höchstmieten heute nur noch zu erreichen sind, wenn wirklich alles für den Mieter passt. Lage, Struktur und Konzeption der Flächen müssen optimal zum Mieterprofil passen. Das bedeutet vor allem Zugeständnisse auf der Vermieterseite“, stellt Comfort-Geschäftsführer Olaf Petersen fest. Vor diesem Hintergrund würden die Ausdehnungen der wirklichen A-Lagen in der City und in deren einzelnen Straßenabschnitten tendenziell abnehmen. Je nach Stadtgröße seien es manchmal sogar nur einzelne Häuser, die noch dem Anspruch von Top-Mieten genügen.
Rückläufige Mieten vor allem in kleineren Städten
Die Comfort-Analyse zeigt deutlich, dass 2018 in gut zwei Drittel (91 Städte) von insgesamt 132 erfassten Städten die aktuelle Miete gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Bei 67 Städten davon sogar um mehr als 5%. Bei rund 18% (24 Städte) bewegten sich die Mieteinbußen zwischen 0 und 5%. Immerhin noch 28%, das sind 37 Städte, weisen eine konstante Spitzenmiete auf. Lediglich in vier Städten, nämlich Berlin, Düsseldorf, Freiburg und Konstanz konnten Mietsteigerungen verzeichnet werden. Die Analyse zeigt deutlich, dass in den kleineren Städten der Anteil mit rückläufigen Mieten deutlich höher ist als bei Städten mit zwischen 500.000 Einwohnern und 1 Mio. Einwohnern (50%).