In einer neuen Studie untersuchte die Organisation Inkota die Beschwerdemöglichkeiten in der Lieferkette von Schuh- und Lederproduktionen in Indien. Dabei standen vor allem die beiden Regionen Tamil Nadu und Uttar Pradesh im Fokus. Die Studie hatte außerdem das Ziel, die Unternehmen in ihrer Einhaltung der Transparenzpflichten des Lieferkettengesetzes zu kontrollieren, indem Arbeitnehmer der indischen Regionen an einer Umfrage teilnahmen. Insgesamt wurden 211 Arbeiterinnen und Arbeiter gefragt, die für Unternehmen wie Zara, Bata, Bugatti, Clarks, Deichmann, Ecco oder auch Mango oder Xero Schuhe arbeiten.
Das Ergebnis: Unter den befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern herrsche weiterhin viel Unklarheit über die Abläufe des Beschwerdemechanismus. Nicht nur ist nach wie vor nicht transparent, wie Beschwerden eingereicht werden können, auch potenzielle Konsequenzen werden gefürchtet. Angst hätten die Befragten etwa vor dem Verlust des Arbeitsplatzes (73%), des Lohns (21%) oder der Sozialleistungen (20%). Auch den Sinn eines solchen Mechanismus stellen manche in Frage, da laut Inkota ein Teil von einem ohnehin manipulierten Verfahren ausgehe.
„Mit den Ergebnissen dieser Studie möchten wir in den Dialog mit den Akteuren der Wertschöpfungskette gehen und die Implementierung von effektiven Beschwerdesystemen in indisch-deutschen Lieferketten der Leder- und Schuhindustrie diskutieren“, heißt es seitens der entwicklungspolitischen Organisation.