Wer auf Musterstädte wie Hanau blicke, stelle schnell fest, dass in der Position des Citymanagers alle relevanten Fäden zum Thema Stadtplanung zusammenliefen, berichtete Christoph Berger. Man müsse nun dringend schauen, dass mehr Funktion
in die Innenstädte gebracht werde. Als Beispiel nannte Berger Trampolinparks, die als Freizeitangebot für Kinder leider häufig in den Industriegebieten angesiedelt seien. Diese könnten – mit Blick auf die benötigte Fläche – auch in größeren Einzelhandelsimmobilien einziehen. „All diese Ideen orientieren sich am Ende an der Miethöhe. Die Investoren müssen sich von hohen Mietpreisen verabschieden“, ergänzte Jochen Messerschmidt.
Axel Augustin betonte derweil, dass man in den kommenden Jahren mit einer Schwemme freiwerdender Büroflächen rechnen müsse. „Viele Arbeitnehmer haben sich an das Arbeiten von zuhause aus gewöhnt. Da werden Flächen frei werden, die dann beispielsweise als Wohnflächen genutzt werden könnten“, so der BTE-Sprecher. Mit Blick auf den Rückgang von Wohnungsbau sieht er darin den einzigen Wachstumsmarkt. Allerdings: „Da müssen Milliarden zur Förderung in die Hand genommen werden – davor drücken sich aktuell noch die meisten.“ Auch für Christoph Berger ist klar: „Die Verluste müssen von denen getragen werden, die in der Vergangenheit profitiert haben.“ Jan Ewertz ergänzt: „Das Umdenken von Leerstand zu belebten Flächen mit niedrigeren Mieten muss noch stattfinden.“ Ein Problem sei häufig die mangelnde Vorstellungskraft der Kommunalpolitiker. Diese bräuchten positive Beispiele, um zu sehen, dass auch unkonventionelle Projekte Erfolg haben können. Auch sei der Faktor Zeit maßgeblich entscheidend für eine sinnvolle Nutzung von Flächen. „Man muss frühzeitig Exitstrategien einplanen, wenn eine Handelsfläche nicht mehr performt, am besten in Zusammenarbeit mit Stadt und Gemeinde“, betonte Jochen Messerschmidt. Am Ende sind sich alle Teilnehmer einig. Man solle keine Angst haben vor der Entwicklung der Innenstädte, aber die Herausforderung mit Respekt angehen.