Laut dem aktuellen „AI Trust Index – Memories of Truth“ von Liganova und dem Marktforschungsunternehmen Appinio geben 77 % der Befragten an, Inhalte in sozialen Medien zunehmend zu hinterfragen. Für die Untersuchung wurden Verbraucher in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden befragt.
Dabei geht es nicht um eine grundsätzliche Abkehr von digitalen Angeboten. Vielmehr zeigt die Studie, dass Verbraucher zusätzliche Orientierung suchen, wenn sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit digitaler Informationen haben. 87 % der Befragten geben laut Liganova an, nach anderen Möglichkeiten zur Überprüfung zu suchen, wenn ihnen Informationen im Internet nicht authentisch erscheinen.
Liganova leitet daraus eine stärkere Bedeutung physischer Kontaktpunkte ab. Stores, Showrooms oder andere reale Markenerlebnisse könnten demnach eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Produkte und Markenversprechen unmittelbar zu überprüfen. Das Unternehmen fasst diese Interpretation mit den Worten zusammen: „Der Store wird zur ‚Quelle der Wahrheit‘.“
Besonders deutlich zeigt sich die Verbindung zwischen physischen und digitalen Kontaktpunkten bei einem weiteren Ergebnis der Studie. 86 % der Befragten bewerten die spätere digitale Kommunikation einer Marke als glaubwürdiger, wenn sie zuvor eine positive persönliche Erfahrung mit dieser Marke gemacht haben.
Liganova bezeichnet diesen Zusammenhang als „Trust Transfer“. Gemeint ist damit, dass Vertrauen, das bei einem persönlichen Kontakt oder durch ein reales Produkterlebnis entsteht, auch die spätere Wahrnehmung digitaler Kommunikation beeinflussen kann.
Die Studienautoren sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Renaissance des Realen“. Robert Andersen, Chief Creative Officer der Liganova Group, betont allerdings, dass dies nicht als Gegenbewegung zur Digitalisierung verstanden werden sollte: „Die Renaissance der realen Welt bedeutet nicht weniger Digitales oder weniger KI.“